Tag Archives: Namibia

Zu Gast bei der Gondwana Familie

Ein ganzes halbes Jahr bei der Gondwana Collection. Wo soll ich nur anfangen…? Als die Air Namibia Maschine Ende Februar auf namibischen Boden landete, hatte ich noch keine konkrete Vorstellung davon, was in den kommenden Wochen & Monaten auf mich zukommen würde. Da die Praktikantenstelle nicht ausgeschrieben war, hatte ich auch keine Stellenbeschreibung vorliegen, welche mein Tätigkeitsfeld eingrenzen würde. Rückblickend verstehe ich nun auch wieso das der Fall war. Es ist schlicht und ergreifend nicht möglich das alles in ein paar Zeilen festzuhalten. Ich kann mich noch lebhaft an meinen ersten Tag erinnern, an dem ich allen vorgestellt wurde und mir meine ersten Aufgaben zugeteilt wurden. Nun ist dieser Tag schon wieder über 5 Monate her. Die Zeit verging wirklich wie im Flug. Ich hatte die Möglichkeit in verschiedenen Abteilungen zu arbeiten und bei vielen unterschiedlichen Projekten mitzuwirken. Einen Großteil meiner Arbeit durfte ich in Eigenregie erledigen und konnte so auch viel neues lernen. Die Zusammenarbeit mit meinen Kollegen hat mir wirklich Spaß gemacht und es gab immer irgendetwas zu tun. “Nur dumme Leute langweilen sich.” ist einer von Manni Goldbecks Lieblingssprüchen. Dahinter steckt eine Menge Wahrheit.

Da ich wirklich viel von Namibia sehen konnte (was ich nicht zuletzt Manni zu verdanken habe) werde ich nur auf ein paar Höhepunkte nennen. Die Hererohochzeit zählt auf jeden Fall zu einem dieser Höhepunkte.  3 Nächt im Busch campen, nebenher einen über 60 Jahre alten Mercedes reparieren, dem Kameramann hier und da aushelfen, um dann abends gemeinsam am Lagerfeuer den Tag ausklingen zu lassen.  Die einzigartigen Bräuche der Hereros und ihre Gastfreundschaft werden mir auf alle Fälle in Erinnerung bleiben.IMG_0619.JPG

Dann wäre da noch meine Zeit in der Sambesi-Region mit dem Ausflug zu den Victoriafällen, meine Wanderung im Fish River Canyon, die Nacht im Dune Star Camp und in Wegkruip. Ich kann mir kaum vorstellen, dass es mir bei einem anderen Praktikum möglich gewesen wäre ein Land so zu erleben.

IMG_0619.JPG

Ich kann meine nächste Reise nach Namibia kaum erwarten und freue mich auf jeden Fall schon!

Vielen Dank für die einmalige Zeit,

Benedikt.

Die schönste Grenze der Welt

Der nächste Morgen begann schon kurz vor 6 Uhr für mich. Freundlicherweise war der Donkey bereits kräftig eingeheizt worden, so dass ich nicht mit Eiswürfeln duschen musste. Gegen 7 Uhr wurde ich wieder von Victor abgeholt und der Tagesausflug konnte beginnen. Den Ngoma Grenzübergang ließen wir schnell hinter uns. So früh am Morgen war noch sehr wenig los. Für die gesamte Stecke bis zu den Victoriafällen waren 2,5h eingeplant … wäre da nicht die Einreise nach Simbabwe. Nach über einer Stunde und 30 USD konnte ich final die Grenze überqueren.

Die Victoriafälle

Von da an dauerte es auch nicht mehr all zu lange bis wir die Stadt Victoria Falls erreichten und in der Ferne das Rauschen der Wasserfäller bereits zu hören war. Wir stellten noch kurz das Auto ab und dann waren wir auch schon im Nationalpark. Die Vegetation unterscheidet sich bereits fundamental von dem typischen Buschland in der Gegend. Bedingt durch die ständige Gischt umgibt die Wasserfälle ein tropischer Regenwald mit Lianen und Farnen. Als eines der sieben Naturwundern der Erde werden die Victoria Fälle ihrem Ruf auf jeden Fall gerecht. Ich hatte davor noch nie die Gelegenheit einen größeren Wasserfall aus der unmittelbaren Nähe zu erleben. Es ist wirklich ein beeindruckendes Spektakel. Im Nationalpark gibt es einen schönen Rundweg, der einen regelmäßig an schönen Aussichtspunkten vorbeiführt. Es gibt also mehr als genug Möglichkeiten um beeindruckende Fotos zu schießen.

DSC01578.JPGNachdem die Steilwand an der sich der Rundweg orientiert einen Knick macht und man die Wasserfälle nur noch akustisch wahrnimmt, kann man ein paar Meter laufen und man hat einen schönen Blick auf die große Eisenbahnbrücke. Die 1905 fertiggestellte Brücke sollte Bestandteil von Cecil Rhodes Kap-Kairo Plan werden. Er selbst erlebte die Fertigstellung aber nicht mehr. Als wir gerade am Aussichtspunkt waren, fuhr ein Personenzug mit Schülern aus Sambia über die Brücke. Mir wurde etwas unwohl bei dem Anblick hunderter Schüler auf einer über 100 Jahre alten Blechbrücke zu sehen, aber sie hielt Stand.

Die Victoriafälle für Adrenalin Junkies

Um die Wasserfälle hat sich mittlerweile ein Konglomerat aus Unternehmen für den internationalen Tourismus etabliert. Neben der eigentlichen Hauptattraktion gibt es noch jede Menge zu erleben. Von Bungee Jumping und Wild Water Rafting bis zu Helikoptertouren und Ziplining – langweilig wird einem also sicher nicht, wenn man das nötige Kleingeld hat. Die Preise sind in USD und selbstverständlich für internationale Kunden ausgelegt. Dementsprechend empfindlich teuer ist alles in der näheren Umgebung. Was man aber auch festhalten kann ist, dass die Szenerie in der die jeweilige Aktivität stattfinden wird, wirklich unglaublich ist.

DSC01564.JPG

Für die ganz besonders Mutigen gibt es auch die Möglichkeit direkt an den Wasserfällen baden zu gehen. Wer genau hinschaut kann ein paar Menschen an direkt an der Kante sehen.

DSC01586

Victor in der Victoria Falls Safari Lodge

 

DSC01594.JPG

Während dem Mittagessen hat man eine wunderschöne Sicht auf das nahe Wasserloch und die täglich stattfindende Geierfütterung

Nach dem Mittagessen in der Victoria Falls Safari Lodge legten wir noch einen kurzen Zwischenstopp im Victoria Falls Hotel ein. Wer seinen Aufenthalt etwas länger und stilvoller gestalten will, ist hier auf jeden Fall an der richtigen Adresse. Man fühlt sich wirklich wie in der Zeit zurückversetzt als alles noch fest in britischer Hand war.
Alles in allem war es wirklich ein unvergessliches Erlebnis!

 

Und alles wieder zurück

Der Rückweg nach Namibia gestaltete sich ohne Probleme und dieses mal war auch keine Schlange an der simbabwischen Grenze. Wir konnten also recht schnell passieren. Wieder am Camp angekommen kam ich noch mit dem Personal auf der Lodge ins Gespräch und ließ so den Abend ausklingen.
Am nächsten Tag nahm ich von Katima aus den Intercape nach Windhoek, wo ich auch 17 Stunden später ankam.
Damit geht auch die letzte Reise während meinem Praktikum zu Ende.

 

Game Drive im Etosha Nationalpark in Namibia

Über Löwen in Flitterwochen und ein laufendes McDonald’s

Es ist erst kurz vor 6 Uhr, als wir verschlafen aus unserem Häuschen des Etosha Safari Camps treten. Die Welt um uns herum scheint noch in tiefem Schlaf versunken zu sein und nichts als Stille zu hinterlassen. Der Atem kondensiert in der kalten Morgenluft und lässt mich unwillkürlich die Arme enger um meinen Körper schlingen. Auch wenn der Anblick der Abermillionen Sterne und das Verharren in dieser friedlichen Welt wunderschön ist, treibt uns die Kälte und das bevorstehende Erlebnis bald in Richtung Haupthaus. Nach einem leckeren Frühstück treffen wir unseren Guide Rodney und die anderen Gäste am Parkplatz und steigen in den Safariwagen. Eingekuschelt in die bereitliegenden Wolldecken kann das Abenteuer Etosha starten.

Offizieller Einstieg in das Abenteuer

Die wenigen Minuten die wir zu dem Andersson Gate fahren, vergehen beim Anblick des Sonnenaufgangs wie im Flug. Am Gate reihen wir uns in die Warteschlange ein, um in den Park eingelassen zu werden. Da es in den vergangenen Jahren zu Wilderei im Park gekommen ist, muss man dafür mittlerweile den Pass vorzeigen. Wenn man registriert wurde, wird schließlich der Eintritt am nächstgelegenen Camp fällig – in unserem Fall Okaukuejo. Als ausländischer Selbstfahrer bezahlt man an dem jeweiligen Camp ungefähr 80NAD pro Person (umgerechnet circa 5€ p.P.) und 10NAD pro Fahrzeug und darf dafür den ganzen Tag über im Park verbringen. Da bei unserer geführten Tour Rodney all das übernimmt, bleibt uns lediglich die Aufgabe darüber nachzudenken, was der Tag wohl bringen wird. Bei einer Parkgröße von über 22.000km², über 30 Wasserlöchern, 114 Säugetier- und hunderten Vogelarten sind die Möglichkeiten schließlich schier endlos.

Ganz unterschiedliche Erlebnisse warten

Nach dem offiziellen Teil startet Rodney den Motor und erklärt uns den Plan für die heutige Tour. Es gibt so viele Möglichkeiten und so viele Wege, dass man zu Beginn eines Drives wahrlich die Qual der Wahl hat. Die berühmte Etosha Pfanne, die fast ein Viertel der gesamten Parkfläche einnimmt und damit die größte Salzpfanne ganz Afrikas ist, werden wir heute zumindest nicht sehen. Zwar ist sie Namensgeber von Etosha, was übersetzt „großer weißer Platz“ (Bei einem Blick auf das Satellitenbild wird klar, woher der Begriff stammt.) bedeutet, für Tierbeobachtungen jedoch nicht ideal. Da versprechen die verschiedenen Wasserlöcher bessere Chancen, vor allem jetzt in der Trockenzeit zwischen April und Oktober. Da die Tiere in diesen Monaten auf die anfahrbaren Wasserquellen angewiesen sind, sind die trockenen Monate die beste Reisezeit für Säugetier-Beobachtungen. Vogelfans hingegen sollten lieber in der Regenzeit zwischen November und März anreisen, um auch die Zugvögel zu erleben, die während der Trockenzeit fortziehen. Doch letztlich ist es immer Glückssache, welche Erlebnisse man in Etosha macht und lässt immer aufs Neue die Aufregung steigen.

Erste Sichtungen und ein absolutes Highlight

Schon in der ersten Stunde haben wir Glück und sehen viele verschiedene Tiere. Springböcke kreuzen direkt vor unserem Wagen die Straße, ein Schabrackenschakal-Pärchen trabt entspannt zwischen den Büschen, Giraffen und Oryxe schreiten majestätisch durch die schier endlosen Weiten. Zebras blicken uns interessiert entgegen und geben sich völlig unbeeindruckt von ihren Fohlen, die vergnügt um sie herumtoben. Auf Rodneys Frage, ob sie schon einen Löwen gesehen haben, antworten die Zebras zwar nicht; dafür aber ein netter Mann, der als Selbstfahrer im Park unterwegs ist. An einem Wasserloch, wo wir das Gewimmel unendlich vieler Zebras bestaunen, fährt dieser zu uns herüber und berichtet von einem Löwenpaar, das er nicht weit entfernt gesehen hat. Aufregung breitet sich in unserem Wagen aus – Löwen zu sehen, das wär’s. Schnell machen wir uns in die beschriebene Richtung auf und recken die Köpfe in alle Richtungen. Nach einiger Zeit des Suchens entdecken wir sie wirklich: ein Löwenpaar, das sich laut Rodney im „honeymoon“ befindet und sogar ein weiteres Männchen, das in sicherem Abstand von dem Paar entfernt liegt. Vollkommen fasziniert bleiben wir mit ausgeschaltetem Motor minutenlang stehen und beobachten die majestätischen Tiere. In Flitterwochen zu sein bedeutet bei Löwen, drei Tage lang nichts anderes zu tun als sich alle fünfzehn Minuten zu paaren. Wahrscheinlich ist das der Grund, weshalb sie sich von Rodneys Zurufen, dass er leckeres europäisches Frischfleisch mitgebracht hätte, gar nicht erst beeindrucken lassen. Schweren Herzens reißen wir uns irgendwann von den drei Tieren los, die sich in der Zwischenzeit ein schattiges Plätzchen gesucht haben, und setzen unsere Fahrt fort. Gerade zur rechten Zeit, wie sich herausstellt. Denn an dem zebra-überlaufenen Wasserloch hat sich mittlerweile eine weitere Löwin eingefunden, die bei den anderen Tieren alarmierte Aufmerksamkeit auslöst. Ein mutiger Hengst stellt sich schützend vor seine Herde, verliert aber sofort die Nerven als die trinkende Löwin den Blick auf ihn richtet. Mittlerweile ist jeder von uns völlig im Bann dieser Natur, die so viele spannende Erlebnisse bereithält. Auf der einen Seite diese wundervolle Stille, auf der anderen Seite das rege Treiben und Zusammenleben der verschiedenen Tierarten.

Ein laufendes McDonald’s und ein großartiger Abschluss

Selig von den bisherigen Erlebnissen verlassen wir auch dieses Wasserloch. Auf unserem Weg begegnen wir einer Impala-Antilope, deren lustige Färbung am Hinterteil an ein schwarzes M erinnert. Das laufende McDonald’s für Löwen, erklärt Rodney und erntet ausgelassenes Lachen. Die Stimmung, die scheinbar nicht mehr besser werden kann, erreicht einen neuen Höhepunkt, als wir am nächsten Wasserloch eine achtköpfige Elefantenherde sehen. Zwei Kleine spielen ausgelassen im Wasser und versuchen, einige Tropfen Wasser bei einem erwachsenen Tier zu schnorren. Als wir uns auch von diesen Tieren schweren Herzens loseisen, ist es bereits Zeit für den Rückweg. Gefühlt hätte es ewig so weitergehen können.

von Jana Kucharczyk

Weiter Eindrücke vom Etosha Nationalpark gibt es hier.

 

Ein (großes) Stück Heimat, Kalahari Trüffel & ein besonderes Fest – Teil I

So oder so ähnlich lässt sich wohl das Erlebte der vergangen Tage zusammenfassen.     Aber nun ganz von vorne:

Anfangen sollte ich wohl 1932 in Tsumeb, als Mburumba Kerina das Licht der Welt erblickte. Ein Kind, dessen Vorfahren bereits  1846  ins  südliche Afrika kamen. Kerina ist ein Nachfahre des Händlers, Jägers & Abenteurers, Frederick Thomas Green. Dieser stammte wiederum ursprünglich aus Kanada und kam über Umwege final ins Damaraland in Namibia. Der Nachname Green wurde von den Hereros über Generationen hinweg falsch ausgesprochen und so nach und nach zu Kerina. Laut eigenen Angaben fließt durch seine Adern sowohl englisches & deutsches Blut, sowie das von Ovambos und Hereros. Letztere Bevölkerungsgruppe soll später noch eine zentrale Rolle spielen.

Aber mehr zu Kerinas Leben: In Walvis Bay aufgewachsen, in Windhoek zur Schule gegangen, druch mehrere glückliche Umstände in der Lage gewesen in den USA zu studieren und seinen PHD hat Kerina 1962 in Indonesien erlangt.

Man kann die ersten 30 Jahre seines Lebens also durchaus als bewegt bezeichnen. Nach einem Gespräch mit dem damaligen indonesischen Presidenten kam dort wohl auch zum ersten Mal der Gedanke auf, seinem Heimatland einen neuen Namen zu geben. In einem Interview meinte er dazu, dass “nur Hunde und Sklaven von ihren Herren benannt werden” und deswegen Süd-West Afrika einen neuen Namen bräuchte. Kein leichtes Unterfangen in einem Land in dem so viele unterschiedliche Ethnien zusammenleben. Kerina setzte sich auch bei den Vereinten Nationen für die Unahängigkeit Süd-West Afrikas ein. In diesem Zusammenhang entwickelte sich hier auch der Name Namibia.

Soweit so gut, soviel zum Prof, wie er hier von allen genannt wird. Das Land links über Südafrika wurde unabhängig, viele Jahre gingen ins Land und die Namibier vergaßen ihren Namensgeber.

Es sollte noch einige Zeit vergehen, bis Manni Goldbeck auf die Geschichte des engagierten Porfessors stieß und für die Gondwana Collection ein Video erstellen ließ. Darin erzählt der Prof. seine Geschichte und wie er auf den Namen Namibia kam. Die Resonanz war überwältigend und der Staat entlohnte Ihn (wenn auch reichlich verspätet) mit einem schönen Haus in Windhoek und einer eigenen Farm.

Happy End ?

Canyon Klipspringer Trail – Teil II

Bereits kurz nach Sonnenaufgang versammelten sich alle beim Frühstück und nach frischem Kaffee und Rusks konnte es auch schon losgehen. Wir fuhren ungefähr eine ¾ Stunde, bis wir an einem kleinen Zufluss des Löwen Rivers abgesetzt wurden. Ab dann ging es Richtung Camp Battlesnake, dem Quartier für die erste Nacht. Es standen uns 14 Kilometer durch den Canyon bevor. Nach einer knappen halben Stunde hatten wir bereits die erste Begegnung mit einem Bewohner des Canyons. Eine Puffotter begrüßte uns fauchend, als wir knapp 2 Meter entfernt von ihr vorbeiliefen. Wir durchquerten tiefe Schluchten und kletterten ein paar ausgetrocknete Wasserfälle hinunter, bis wir schließlich an der Mündung des Löwen Rivers ankamen. Dort legten wir eine längere Pause ein, bevor wir dann dann wieder dem Canyon folgten. Nach einigen Flussüberquerungen kamen wir an die Stelle, an der wir wieder den Canyon verlassen sollten. Der Weg zum Rand führt uns an eine mehrere Meter hohe Felswand. Geschickter Weise befand sich hier eine Leiter, über die wir den Canyon verlassen konnten. Die restliche Strecke verlief entlang des Canyonrandes und führte uns dann zum Camp. Jeder konnte sich eine der kleinen Hütten aussuchen und wir versammelten uns gegen später wieder, um gemeinsam zu grillen. Es ist wirklich ein Luxus nach einer langen Wanderung am Camp anzukommen und Grillfleisch, sowie kaltes Bier in Kühlboxen vorzufinden. Die warme Dusche und noch dazu die Aussicht auf den Canyons – einfach unbezahlbar. Erschöpft von der Wanderung, hielt es keiner all zu lange am Lagerfeuer aus & gegen 22 Uhr waren alle bereits im Bett. Tag 1 der Wanderung, und damit auch der längste Abschnitt der Wanderung, war damit beendet.

Bei Sonnenaufgang wachten die meisten auf. Nicht weil man unbedingt ausgeschlafen war, sondern vor allem um sich das Spektakel nicht entgehen zu lassen. Der Sonnenauf- und untergang am Canyon ist wirklich ein unvergessliches Erlebniss. Als ich die Küche betrat, köchelte bereits das heiße Wasser für den Kaffe auf dem Gasherd. Was will man mehr? Nach dem Frühstück, ging es dann auch schon wieder los. Wir bahnten uns den Weg in den Canyon und folgten hierbei einem alten Zebrapfad. Beim Abstieg ist wirklich Vorsicht geboten, aber man erreicht recht schnell das Flussbett. Als wir wieder dem Fluss folgten, kamen wir an Felsgravuren und Steinkraale vorbei.  Letztere wurden von den früheren Bewohnern des Canyons genutzt wurden, um ihre Ziegen vor Raubtieren in der Nacht zu schützen.

File 30.05.17, 14 30 21

Nach ein paar Flussüberquerungen und einer kurzen Badepause waren wir auch schon am Koelkrans Camp angekommen. Es befindet sich auf der linken Seite des Flusses im Schatten einer Felswand. Den restlichen Tag verbrachten wir mit einer Paddelboottour, einem Abstecher zur Tamatie Kloof und gegen später ging es zum Sundowner auf den “Hausberg”. Von der Küche aus führt ein kleiner Pfad zu einer Steinbank von der man eine wunderschöne Aussicht hat. Der perfekte Abschluss für die heutige Etappe.

File 30.05.17, 14 30 48

Koelkrans Camp

Tag 3 begann wieder bei Sonnenaufgang. Leider bemerkte ich erst jetzt, dass es hilfreich gewesen wäre das Mosquitospray zu benutzen… Unsere Sachen waren schnell in den großen Transportbehältern verstaut und so konnten wir auch wieder starten. Die letzte Etappe mit ihren 9km gingen wir sehr ruhig an. Ich speicherte, wie auch schon an den Tagen zuvor, die Koordinaten der wichtigsten Wegpunkte auf dieser Etappe. Die Punkte sollen den Wandergruppen in der Zukunft bei der besseren Orientierung helfen.

File 30.05.17, 14 34 24Nach einiger Zeit konnte man auch schon das Quartiert für die letzte Nacht am Rand des Canyons erblicken: Das Horseshoe Camp. Spätestens dann wurde einem auch bewusst, dass die anstrengenste Passage erst noch bevorstand. Die einzige Möglichkeit um den Canyon an dieser Stelle zu verlassen, ist ein alter Zebrapfad. Dieser führt recht kompromisslos und direkt zum Rand es Canyons.  Der Aufstieg ist zwar in 20 Minuten zu bewältigen – die haben es aber in sich. Oben einmal angekommen, dauert es noch eine ganze Weile bis man endlich am Camp angekommen ist. Das Horseshoe Camp verdankt seinen Namen, den im Halbkreis angeordneten Hütten. Von hier aus kann man noch einen kurzen Ausflug zu einem ausgetrockneten Wasserfall machen, welcher häufig von Tieren frequentiert wird. Die Unterkunft, direkt am Rande des Canyons, ist  wirklich der perfekte Ort um die Wanderung ausklingen zu lassen. Der Blick von den Duschen in den Canyon hinunter sucht seines Gleichen.

File 30.05.17, 14 36 47

Eine der Hütten des Horseshoe Camps

Der Canyon Klipspringer Trail ist wirklich ein einmaliges Erlebnis. Die relativ kurzen Distanzen von Camp zu Camp ermöglichen es einem den Canyon auf eine ganz andere Art und Weise erleben zu können. Hier kann man sich wirklich die Zeit nehmen und den Canyon richtig genießen. Wer natürlich eine physische Herausforderung sucht, sollte wohl eher die klassische Route ab Hobas in Betracht ziehen. Der Canyon Klipspringer Trail ist nichts desto trotz eine Alternative die sich sehen lassen kann.

Der Canyon Klipspringer Trail – Teil I

Wer in Namibia wandern möchte, muss es schon wirklich wollen. Landschaftlich zwar absolut reizvoll, aber das Klima bietet bei weitem nicht die optimalen Voraussetztungen. Der mitteleuropäische Wanderliebhaber ist da Anderes gewohnt. Schon wenige Stunden nach Sonnenaufgang in den Sommermonaten wird es bereits sehr heiß. In der Dunkelheit wandert es sich nicht besonders gut und es kann empfindlich kalt werden. Mittlerweile gibt es zwar im ganzen Land einige Touren, aber für den, der im Fish River Canyon wandern wollte,  gab es vermeindlich nur eine Option: Die klassische Route von Hobas nach Ai-Ais, 5 Tage, Campen im Canyon & die komplette Ausrüstung muss selber getragen werden. Für Touristen, welche aus Übersee nach Namibia kommen & sich bevorzugt mit Mietwagen und Dachzelt durch die Gegend bewegen, ist das keine wirkliche Option. Wie gesagt: Möglich –  ja, aber es hätte einem schon sehr viel daran liegen müssen. Diejenigen, welche etwas intensivere Nachforschungen bezüglich dem ‘Fish River Canyon Hike’ angestellt hatten, sollten früher oder später auf den ‘Mule Trail Hike” gestoßen sein. Eine bequeme Alternative: Die Wanderung umfasste 3 Nächte, wobei eine Eselskaravane alle persönlichen Gegenstände durch den Canyon transportierte. Nachdem die Esel nun ihren wohlverdienten Ruhestand angetreten haben, gibt es eine neue Möglichkeit den Canyon zu erleben: Den Canyon Klipspringer Trail. Diese Wanderung wird durch Slackpacking sehr komfortabel & unkompliziert gemacht. Also die perfekte Möglichkeit für Touristen den Fish River Canyon zu erkunden.

Im Rahmen der Vermarktung dieses neuen Trails, eröffnete sich mir die Möglichkeit, diese Wanderung miterleben zu dürfen:

Ich trat meine Reise von Windhoek aus an und fuhr erstmal bis Anib. Die neu renovierte Lodge, gefällt mir sehr gut und es ist der perfekte Zwischenstop, wenn man in den Süden will oder von dort kommt. Nach einer Stärkung am Frühstücksbuffet am nächsten Morgen ging es dann zur Canyon Lodge – der Mutter der Gondwana Lodges.

Zugegeben: Das Wetter hätte besser sein können, aber die Aussicht war dennoch einmalig.

Zugegeben: Das Wetter hätte besser sein können, aber die Aussicht war dennoch einmalig.

Nach einer langen Fahrt durch eine sehr monotone und karge Landschaft offenbart sich die Canyon Lodge als idyllisches Paradies, fern ab von jeglichem Alltagsstress. Bis dato meine Lieblingslodge. Hier sollte ich also noch einen Abend verbringen, um mich mit einer Autorin zu treffen, welche über die Wanderung schreiben würde. Ron Swilling is gebürtige Südafrikanerin und schreibt vor allem über das Reisen im südlichen Afrika.

File 19-05-2017, 14 38 09

Der Blick vom Bett

Am nächsten Tag ging es noch nach Hobas, zu den Aussichtspunkten am Canyon. Danach legten wir noch einen Stop im Roadhouse ein, was ich jedem Besucher des Canyons auch nur wärmstens empfehlen kann. Das Klipspringer Base Camp erreichten wir pünktlich zum Sundowner. Der Rest wartete dort bereits auf uns. Es wurde noch zusammen gegrillt und es blieb genug Zeit, um sich gegenseitig kennenzulernen. Wir waren insgesamt sieben Personen: Meg, Stef & Brooke – drei Freundinnen, welche gerade eine Reise durch Namibia machten, Evelyn – eine alleinerziehende Mutter aus Windhoek mittleren Alters, Cecil – unser Guide, Ron und meine Wenigkeit.

TBC

 

Die Etosha Safari Lodge (1) – ein Reisebericht

Teil 2

Tag 4
POA:
6 Uhr Aufstehen
6:30 Uhr Treffpunkt
ca. 7 Uhr Abfahrt Richtung Otjiwarongo
14 Uhr Abfahrt von Otjiwarongo Richtung Etosha Safari Lodge  

Zwar hatte unser Fahrer wohl verschlafen, aber wir konnten dennoch relativ pünktlich starten. Mit den Angestellten, die nun ihre freie Woche vor Sicht hatten, fuhren wir Richtung Outjo. Dort angekommen, stiegen wir auf einen anderen Truck und von da aus ging es nach Otjiwarongo, wo wir gegen 10 Uhr ankamen. Nun hieß es also sich bis 14 Uhr die Beine zu vertreten. Da es in Otji tatsächlich nicht all zu viel zu sehen gibt, entscheid ich mich dazu ein Café in der Nähe des Sammelpunktes aufzusuchen. Die Zeit verging schneller als gedacht und um 14 Uhr ging es dann wieder Richtung Outjo. Es wurden noch einige Lebensmitteln und sonstige Versorgungsgüter eingeladen. Die neuen Angestellten die in Otjiwarongo zugestiegen waren, deckten sich noch mit einigen Dingen ein, welche sie für ihre Zeit auf der Lodge benötigten. Voll beladen ging es dann endlich Richtung Etosha. Die aufziehenden Regenwolken kreuzten glücklicherweise nicht den Weg unseres Safariautos. Es wäre sonst etwas ungemütlich geworden. Gegen 18 Uhr kamen wir am Etosha Safari Camp an und luden einen Teil der Lebensmittel aus. Auch der Großteil der Angestellten stieg hier aus. Für uns Praktikanten sollte es weiter zur Etosha Safari Lodge gehen. Dort kamen wir auch wenig später an. Jetzt setzte auch der Regen langsam ein – gutes Timing. Wie bereits auf der Damara Mopane Lodge wurden wir vom Manager empfangen, den Angestellten vorgestellt und kurz durch das Hauptgebäude mit Küche, Essbereich & Aussichtsdeck geführt. Das Panorama (siehe oben) war wirklich kaum zu schlagen. Danach durften wir zu unseren Bungalows.

Photo 10-03-2017, 19 21 59 (1)

Bereits beim Betreten fällt der erste Blick direkt auf die Fensterfront des Häuschens, von wo man eine wunderschöne Aussicht auf das tiefer liegende Umland der Lodge genießen kann. Der Bungalow verfügt über eine kleine Terrasse, ein großes Doppelbett & die entsprechende sonstige Möblierung für zwei Personen. Eine Besonderheit der Unterkunft ist definitiv die „Dusche“. Dem Safari-Thema entsprechend ist diese in Anlehnung an eine Außendusche konzipiert und nimmt quasi den kompletten Bereich um das Waschbecken im Badezimmer ein. Also ein ganzer Duschraum. Eine Außenduschen nur indoor – das hatte ich so auch noch nicht gesehen. Aber die Idee gefiel mir. Nachdem die Unterkunft in Augenschein genommen war, ging es wie (mittlerweile) gewohnt zum Buffet. Sowohl Service als auch das Essen und die Location an sich, waren hier mindesten genau so ausgezeichnet wie in der vorherigen Lodge. Generell ist die Lodge in Etosha mit ihren über 60 Einheiten etwas größer, sowohl auf die Kapazität an Betten, als auch auf die Fläche der Anlage bezogen. Die weitläufige Verteilung der Bungalows schützt die eigene Privatsphäre. Wenn man morgens vom Bett aus die ersten Sonnenstrahlen genießt, kann man wirklich auf den Gedanken kommen man wäre der einzige Gast der Lodge.

Photo 10-03-2017, 18 53 46

Tag 5
Der fünfte Tag sollte ganz im Zeichen der Lodge stehen. Ich startete etwas später als sonst in den Tag, was den Nebeneffekt hatte, dass es nur eine Hand voll Frühstücksgäste zu diesem Zeitpunkt gab. Nach dem Frühstück sichtete ich die Fotos und rekapitulierte die letzten Tage. Die meiste Zeit verbrachte ich auf der Aussichtsplattform der Anlage – bei Weitem nicht der schlechteste Arbeitsplatz den man haben kann. So plätscherte der Tag vor sich hin und man traf sich abends wieder zum Buffet.

Photo 11-03-2017, 08 00 48