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Game Drive im Etosha Nationalpark in Namibia

Über Löwen in Flitterwochen und ein laufendes McDonald’s

Es ist erst kurz vor 6 Uhr, als wir verschlafen aus unserem Häuschen des Etosha Safari Camps treten. Die Welt um uns herum scheint noch in tiefem Schlaf versunken zu sein und nichts als Stille zu hinterlassen. Der Atem kondensiert in der kalten Morgenluft und lässt mich unwillkürlich die Arme enger um meinen Körper schlingen. Auch wenn der Anblick der Abermillionen Sterne und das Verharren in dieser friedlichen Welt wunderschön ist, treibt uns die Kälte und das bevorstehende Erlebnis bald in Richtung Haupthaus. Nach einem leckeren Frühstück treffen wir unseren Guide Rodney und die anderen Gäste am Parkplatz und steigen in den Safariwagen. Eingekuschelt in die bereitliegenden Wolldecken kann das Abenteuer Etosha starten.

Offizieller Einstieg in das Abenteuer

Die wenigen Minuten die wir zu dem Andersson Gate fahren, vergehen beim Anblick des Sonnenaufgangs wie im Flug. Am Gate reihen wir uns in die Warteschlange ein, um in den Park eingelassen zu werden. Da es in den vergangenen Jahren zu Wilderei im Park gekommen ist, muss man dafür mittlerweile den Pass vorzeigen. Wenn man registriert wurde, wird schließlich der Eintritt am nächstgelegenen Camp fällig – in unserem Fall Okaukuejo. Als ausländischer Selbstfahrer bezahlt man an dem jeweiligen Camp ungefähr 80NAD pro Person (umgerechnet circa 5€ p.P.) und 10NAD pro Fahrzeug und darf dafür den ganzen Tag über im Park verbringen. Da bei unserer geführten Tour Rodney all das übernimmt, bleibt uns lediglich die Aufgabe darüber nachzudenken, was der Tag wohl bringen wird. Bei einer Parkgröße von über 22.000km², über 30 Wasserlöchern, 114 Säugetier- und hunderten Vogelarten sind die Möglichkeiten schließlich schier endlos.

Ganz unterschiedliche Erlebnisse warten

Nach dem offiziellen Teil startet Rodney den Motor und erklärt uns den Plan für die heutige Tour. Es gibt so viele Möglichkeiten und so viele Wege, dass man zu Beginn eines Drives wahrlich die Qual der Wahl hat. Die berühmte Etosha Pfanne, die fast ein Viertel der gesamten Parkfläche einnimmt und damit die größte Salzpfanne ganz Afrikas ist, werden wir heute zumindest nicht sehen. Zwar ist sie Namensgeber von Etosha, was übersetzt „großer weißer Platz“ (Bei einem Blick auf das Satellitenbild wird klar, woher der Begriff stammt.) bedeutet, für Tierbeobachtungen jedoch nicht ideal. Da versprechen die verschiedenen Wasserlöcher bessere Chancen, vor allem jetzt in der Trockenzeit zwischen April und Oktober. Da die Tiere in diesen Monaten auf die anfahrbaren Wasserquellen angewiesen sind, sind die trockenen Monate die beste Reisezeit für Säugetier-Beobachtungen. Vogelfans hingegen sollten lieber in der Regenzeit zwischen November und März anreisen, um auch die Zugvögel zu erleben, die während der Trockenzeit fortziehen. Doch letztlich ist es immer Glückssache, welche Erlebnisse man in Etosha macht und lässt immer aufs Neue die Aufregung steigen.

Erste Sichtungen und ein absolutes Highlight

Schon in der ersten Stunde haben wir Glück und sehen viele verschiedene Tiere. Springböcke kreuzen direkt vor unserem Wagen die Straße, ein Schabrackenschakal-Pärchen trabt entspannt zwischen den Büschen, Giraffen und Oryxe schreiten majestätisch durch die schier endlosen Weiten. Zebras blicken uns interessiert entgegen und geben sich völlig unbeeindruckt von ihren Fohlen, die vergnügt um sie herumtoben. Auf Rodneys Frage, ob sie schon einen Löwen gesehen haben, antworten die Zebras zwar nicht; dafür aber ein netter Mann, der als Selbstfahrer im Park unterwegs ist. An einem Wasserloch, wo wir das Gewimmel unendlich vieler Zebras bestaunen, fährt dieser zu uns herüber und berichtet von einem Löwenpaar, das er nicht weit entfernt gesehen hat. Aufregung breitet sich in unserem Wagen aus – Löwen zu sehen, das wär’s. Schnell machen wir uns in die beschriebene Richtung auf und recken die Köpfe in alle Richtungen. Nach einiger Zeit des Suchens entdecken wir sie wirklich: ein Löwenpaar, das sich laut Rodney im „honeymoon“ befindet und sogar ein weiteres Männchen, das in sicherem Abstand von dem Paar entfernt liegt. Vollkommen fasziniert bleiben wir mit ausgeschaltetem Motor minutenlang stehen und beobachten die majestätischen Tiere. In Flitterwochen zu sein bedeutet bei Löwen, drei Tage lang nichts anderes zu tun als sich alle fünfzehn Minuten zu paaren. Wahrscheinlich ist das der Grund, weshalb sie sich von Rodneys Zurufen, dass er leckeres europäisches Frischfleisch mitgebracht hätte, gar nicht erst beeindrucken lassen. Schweren Herzens reißen wir uns irgendwann von den drei Tieren los, die sich in der Zwischenzeit ein schattiges Plätzchen gesucht haben, und setzen unsere Fahrt fort. Gerade zur rechten Zeit, wie sich herausstellt. Denn an dem zebra-überlaufenen Wasserloch hat sich mittlerweile eine weitere Löwin eingefunden, die bei den anderen Tieren alarmierte Aufmerksamkeit auslöst. Ein mutiger Hengst stellt sich schützend vor seine Herde, verliert aber sofort die Nerven als die trinkende Löwin den Blick auf ihn richtet. Mittlerweile ist jeder von uns völlig im Bann dieser Natur, die so viele spannende Erlebnisse bereithält. Auf der einen Seite diese wundervolle Stille, auf der anderen Seite das rege Treiben und Zusammenleben der verschiedenen Tierarten.

Ein laufendes McDonald’s und ein großartiger Abschluss

Selig von den bisherigen Erlebnissen verlassen wir auch dieses Wasserloch. Auf unserem Weg begegnen wir einer Impala-Antilope, deren lustige Färbung am Hinterteil an ein schwarzes M erinnert. Das laufende McDonald’s für Löwen, erklärt Rodney und erntet ausgelassenes Lachen. Die Stimmung, die scheinbar nicht mehr besser werden kann, erreicht einen neuen Höhepunkt, als wir am nächsten Wasserloch eine achtköpfige Elefantenherde sehen. Zwei Kleine spielen ausgelassen im Wasser und versuchen, einige Tropfen Wasser bei einem erwachsenen Tier zu schnorren. Als wir uns auch von diesen Tieren schweren Herzens loseisen, ist es bereits Zeit für den Rückweg. Gefühlt hätte es ewig so weitergehen können.

von Jana Kucharczyk

Weiter Eindrücke vom Etosha Nationalpark gibt es hier.

 

Der Kalahari Park Game Count 2017

Eine jährlich stattfindende Tradition der Godnwana Colletion ist es, den Wildbestand in den einzelnen Parks zu erfassen. Diese Erhebung ist freiwillig und dient dazu, sich ein genaueres Bild über die aktuellen Bestände vor Ort verschaffen zu können. Vergangenes Wochenende fand diese Zählung auf der Kalahari Anib Lodge statt.

Ich fuhr mit Kollegen am Freitagnachmittag von Windhoek aus Richtung Anib. Alles verlief nach Plan, 2,5h später kamen wir am Eingangstor der Lodge an und wurden freundlich begrüßt. Der Rest der “Game-Count-Truppe” war bereits eingetroffen: Ein Großteil bestand aus langjährigen Shareholdern der Gondwana Collection, dann waren noch ein paar Guides von der Lodge als Fahrer eingeplant, ein professioneller Fotograf und wir vier Kollegen aus der Zentrale in Windhoek. Zuerst durften wir unsere Zimmer beziehen und dann gab es ein kurzes Briefing. Wir wurden mit den grundlegenden Regeln vertraut gemacht und dem Rest der Mannschaft vorgestellt. Bei der Zählung fährt man jedes Jahr die selben Routen ab und notiert dabei alle relevanten Informationen. Ferngläser waren nicht gestattet, da dies die Zählung verfälschen könnte. Zudem sollten sowohl am Samtagmorgen, als auch am Sonntag eine Zählung stattfinden, um eine höhere Genauigkeit zu erreichen. Insgesamt waren wir wohl über 20 Personen. Beim gemeinsamen Abendessen kam man ins Gespräch und es wurde viel über die Game Counts der vergangenen Jahre diskutiert. Natürlich wurden auch erste Schätzungen über die Veränderungen der Bestände abgegeben. Das Essen war (wie immer) fantastisch und es blieben keinerlei Wünsche offen. Im Anschluss verbrachte ich noch einige Zeit am Lagerfeuer, aber all zu “alt” wurde ich an diesem ersten Abend auch nicht, da der nächste Tag um 5.30 Uhr losgehen sollte.

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Leicht verschlafen fanden sich am nächsten Morgen alle an der Rezeption ein und stareten den Tag mit Kaffee und Rusks. Es gab mehrere Routen und wir wurden auf insgesamt fünf verschiedene Fahrzeuge verteilt. In unserem Fahrzeug saß Manni hinter dem Steuer & gegen Viertel vor 6 fuhren wir zum Startpunkt unserer Route. Punkt 7 Uhr startete die Wildtierzählung. Unsere Route verlief dabei in einem ausgetrockneten Flussbett parallel zur ersten Düne der Kalahari. Der Fotograf verfolgte uns dabei mit einer Drone und konnte so beeindruckende Aufnahmen aus der Luft machen. Während unserer Tour liefen uns zahlreiche Springböcke, Kudus, Elands, Wildebeests und sogar ein paar Giraffen über den Weg. Alle Sichtungen wurden auf einem Formular samt Kilometerstand, Anzahl & Position vermerkt. Nach einer knappen Stunde war damit dann auch schon die erste Hälft unserer Erhebung beendet.

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Wir kamen gegen 10 Uhr wieder an der Lodge an und frühstückten gemeinsam. Den Rest des Tages verbrachte ich damit, Manni bei der Erstellung einer Präsentation zu helfen. Zum Sundowner liefen wir zu einer benachbarten Düne und beobachteten von dort das Naturschauspiel.

File 10.07.17, 12 08 59Als von der Sonne nichts mehr zu sehen war, versammelten sich alle am Lagerfeuer und es gab eine kurze Präsentation über die Game Counts in der Vergangenheit & die aktuellen Zahlen wurden präsentiert. Im Anschluss gab es zwischen den Dünen ein leckeres Buffet und man konnte dort den Abend ausklingen lassen.

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Der nächste Morgen und die damit verbundene Zählung verliefen recht identisch. Manni stellte eine neue “Bestzeit” für die Route auf und wir waren lange vor den anderen Zählern am Ende der Route angekommen. Genug Zeit um bereits ein Lagerfeuer vorzubereiten und mit dem Grillen zu beginnen. Pünktlich, als die letzte Gruppe eintraf, war das Grillgut fertig und es konnte gefrühstückt werden. Ein einmaliges Erlebnis zwischen den Dünen der Kalahari. Gegen später durfte ich noch eines der neuen E-Bikes testen und konnte so ohne große Anstrengung mit ca. 30 km/h durch die Kalahari fahren. So nahe kommt man den meisten Tieren normalerweise nicht. Das abschließende Briefing fand an der Bar statt und uns wurden die finalen Bestandszahlen genannt. Es gab eingie kleinere aber auch größere Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr, aber “nichts was einen beunruhigen müsste” laut der Managerin, Steffi. Somit konnten wir auch diesen Game Count erfolgreich beenden. Gegen Mittag traten wir unsere Rückreise an und kamen nach einem kurzen Stop in Rehoboth wieder in Windhoek an.

Ein (großes) Stück Heimat, Kalahari Trüffel & ein besonderes Fest – Teil II

Wer nun denkt, dass die Geschichte hier endet –  weit gefehlt.

Mit stolzen 84 Jahren beschloss Mburumba Kerina den Himmel seinenes Lebensabends mit ein einem weiteren Stern zu versehen. Zum einen wohl, um seinem turbulenten Leben keinen Abbruch zu tun und zum anderen, um einmal in seinem Leben noch eine traditionelle Hererohochzeit feiern zu können.

So kam es dazu, dass er Manni zur Hochzeit einlud und ihm die Möglichkeit bot, eine Geschichte über die Tradition der Hereros und sein Leben zu schreiben. Ich durfte spontan dem Spektakel beiwohnen und will die Chance nutzen um meine Eindrücke festzuhalten:

In mittlerweile gewohnter Manier wurde ich recht spontan gefragt, ob ich der Hochzeit beiwohnen wöllte… Das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen! Ich organisierte mir noch schnell ein Zelt, die Sachen waren fix gepackt und so konnte es auch schon losgehen. Ich durfte mit Wolfgang Maidlinger die Reise Richtung Aminuis antreten. Wofgang, ein guter Freund von Manni, hat es wohl verdient einen eigenen Blogeintrag zu bekommen, daswegen werde ich hier nicht weiter auf ihn eingehen. Eine einzigartige Persönlichkeit; soviel sei schon mal verraten. (Wer gerne mehr über ihn & seine Reisen erfahren will, kommt hier zu seinen Reiseberichten.) Wir fuhren in einem Mercedes 190 von 1954 die 350km mit gemütlichen 90km/h – ohne Anschnallmöglichkeit wäre eine höherer Geschwindigkeit wohl auch unverantwortlich gewesen … Das Auto ist definitiv ein Blickfang und das alleine war schon ein einzigartiges Erlebnis.

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Um einmal den Bezug auf die recht kryptische Überschrift zu nehmen: Ein Blick unter die Motorhaube verriet, dass der Motor aus dem stuttgarter Mercedeswerk stammt; Nett. Der Mercedes ließ sich während keiner Sekunde der Hinfahrt seine über 60 Jahre anmerken.  File 08.06.17, 09 42 24                                                                                                                                                              Wir fuhren wieder einmal unendlich lange Straßen entlang und gelangten nach Gobabis, wo wir uns auch wieder mit Manni trafen, welcher nach uns in Windhoek gestartet war. Nach einem kurzen Stop ging es Richtung Süden.

Spätestens von da an kamen dann doch auch Zweifel auf, ob auf die Tankuhr Verlass sei; Sie hatte sich seit Windhoek nicht bewegt, aber noch fuhr das Auto ja.

Nach ein paar Kilometern stoppte Manni, der vor uns fuhr und verhandelte mit ein paar Leuten am Straßenrand. Ein weißer Sack wurde gegen ein paar Dollarscheine ausgetauscht & wir setzten unserer Fahrt fort. Beim Mittagessen an einem schattigen Plätzchen unter einem Baum wurde uns dann offenbart was sich in diesem Sack befand (der aufmerksame Leser mag unter Umständen schon selbst darauf gekommen sein…). Trüffel – In Namibia. Kurz mit Zwiebeln angebraten und gewürzt war es das perfekte Mittagessen: Schnell zubereitet und sehr lecker. Nach dem Essen wurde alles wieder zusammengepackt und wir konnten das letzte Stück zur Farm antreten. Einmal mussten wir noch nach dem Weg fragen, aber dann waren wir auch schon auf dem Hochzeitsgelände angekommen.

Nun muss man wohl kurz zwei grundsätzliche Sachen erklären, welche die Hochzeit betreffen. (Soweit sie mir richtig im Kopf geblieben sind und mir richtig erklärt wurden.): Es ist Brauch, dass sich Braut & Bräutigam vor der Trauung nicht bzw. nur bedingt (später mehr dazu) sehen dürfen. Diese “Trennung” sollte hier aber nochmal neue Dimensionen erreichen. Die gesamten Feierlichkeiten erstreckten sich in diesem Fall über einen Zeitraum von ca. drei Tagen und es gab ebenfalls drei verschiedene Schauplätze.

Wir sollten Donnerstag Nachmittag ankommen, um uns ein erstes Bild verschaffen zu können, bevor das eigentliche Spektakel losging:

Als wir ankamen befand sich der Prof. noch im ersten Lager seiner Familie. Dort wurden bereits Vorkehrungen getroffen, da am nächsten Morgen der gesamte Familienclan ein Lager in unmittelbarer Nähe (ca. 500m) zum Camp der Brautfamilie aufschlagen würde.

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Kerina beim Interview mit Manni

Die Braut selbst, befand sich zu diesem Zeitpunkt übrigens schon seit knapp 4 Tagen in einem kleinen, sehr schön dekorierten Zimmmer, wo sie von den Ereignissen um sie herum relative wenig mitbekam. Da am Donnerstag aber noch kein offizielles Program anstand, nutzten wir die Zeit um unser eigenes Lager in sicherer Entfernung aufzuschlagen, Feuerholz zu sammeln & das Abendessen zuzubereiten. So ging der erste Tag recht entspannt zu Ende.

Der Freitag sollte im Zeichen der Aussteuer stehen. Uns wurde mitgeteilt, dass Kerinas Familie zwei Kühe & einen Gedbetrag dem Vater der Braut überbringen würde. Sofern die Kühe zahm waren, würde man Sie zu Fuß in das Lager der Braut bringen (ca. 1km entfernt) und wenn nicht, auf der Ladefläche eines Pick-Ups. 50% der Kühe waren wohl nicht ganz mit dem Tausch einverstanden, dewegen wurden beide liebevoll auf die Ladefläche eines Bakkies verbannt.

Erst einmal am Lager der Brautfamilie angekommen, besagt die Tradition, dass die Kühe das letzte Stück alleine in den Kraal der neuen Besitzer finden müssen. Beide Geschenke wurden losgebunden und waren von da an auf sich alleine gestellt. Die eine Kuh fand wohl Gefallen an dem Gedanken, sich zu ihren Artgenossen, welche sich bereits im Lager der Familie befanden, zu gesellen. Die andere Kuh bahnte sich durch die schreiende Menschenmenge ihren Weg in die Freiheit und verschwand vorerst in der Ferne.

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Rodeo anyone?

Es dauerte nicht lange bis sich zwei Fahrzeuge auf die Jagd begaben und kaum 10 Minuten vergingen, bevor die Kuh wieder eingefangen war. Teil dieser Übergabe ist auch das Feilschen beider Parteien. Da wird dann diskutiert, ob die Summe an Geld angemessen ist, ob die Kühe fett genug sind und man tut so als würde Geld vom vereinbarten Betrag fehlen. Alles wohl als Zeichen vermeindlicher Überlegenheit oder eben ein Kräftemessen beider Parteien. Tradition muss wohl eben gelebt werden, komme was wolle.

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Die Übergabe der Mitgift

An diesem Abend war es dem Bräutigam auch zum ersten Mal erlaubt die Braut für eine kurze Zeit zu sehen. Damit sollte dieser Tag für uns dann auch vorerst beendet sein und wir konnten uns bereits auf den nächsten Tag vorbereiten.

Der Samstag began mit dem Schlachten je einer Kuh pro Familie. Anschließen wurden Teile der Rippen und ein Stück Niere ausgetauscht, um einen Vergleich beider Kühe zu ermöglichen.

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Die Übergabe der Rippen

Tatsächlich ist es wohl vorgeschrieben, dass eine Hochzeit mindestens so lange dauern muss, bis sämtliches Fleisch der geschlachteten Kühe verzehrt wurde. Bei 200-300 Hochzeitsgästen wohl keine wirkliche Hürde, aber dennoch eine interessante Regel. Wieviele Gäste genau an der Hochzeit teilnahmen weiß wohl keiner so genau, da sich zu keinem Zeitpunkt alle Besucher am gleichen Ort befanden. Während einer Zeremonie im kleinen Kreis wurde der Braut mit einer Brosche ein Stück Rinderfett am Kopfschmuck befestigt.

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Der besondere Kopfschmuck

Da ein ästhetischer Mehrwert ausblieb, muss die Symbolik wohl eine Bedeutung haben; So zumindest mein Gedanke. Leider konnte mir keiner der Anwesenden so genau erklären, was es damit auf sich hatte. – Schade eigentlich. Gegen Abend gab es noch Live Musik & es wurde ausgiebig gefeiert. Das letzte Mal, als ich verschlafen auf die Uhr schaute und noch Musik lief, ware gegen 5 Uhr. (Es darf wohl bezweifelt werden, ob der Bräutigam noch bis zum Schluss mit dabei war.)

Am Sonntag fand nun endlich die eigentliche Hochzeit statt. Entgegen meiner Vorstellung, dass alle Gäste diesem Höhepunkt der Feierlichkeiten beiwohnen würden, fand sich lediglich der enger Familienkreis ein. Kiki wurde aus ihrem Häuschen geführt und durfte neben Prof. Kerina Platz nehmen. Es war ihr jedoch nicht erlaubt, auf Augenhöhe mit ihrem nun Ehegatten zu sitzen, deswegen nahm sie auf dem Boden Platz.

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Braut (der weiße Schleier) & Bräutigam während der Hochzeitszeremonie

Es wurden traditionelle Lieder gesungen und es gab einen Pfarrer, der eine Predigt hielt. Nach der Zeremonie durfte das Ehepaar nun gemeinsam ins Lager des Bräutigams gehen. Hier nahmen wir noch einige Fotos vom Paar auf und verabschiedeten uns dann von der Hochzeitsgesellschaft. Wir hatten schießlich noch einen weiten Weg vor uns.

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Der Rückweg verlief absolut reibungslos und gegen Nachmittag waren wir wieder in der Hauptstadt. Abschließend kann man wohl sagen, dass die Hochzeit ein unglaubliches Erlebniss war. Eine once in a lifetime experience; wenn man so will. Per se war es eher kein Fest für Braut & Bräutigam selbst, sondern ein Ereigniss für die Gemeinschaft. Diese Aussage ist überhaupt nicht negativ zu interpretieren. Es gibt der Hochzeit nur eben einen anderen Fokus, beziehungsweise Stellenwert. Sofern man jemals die Möglichkeit bekommt einer solchen Veranstaltung beiwohnen zu dürfen, würde ich es auf jeden Fall empfehlen. Somit beende ich nun auch diesen Blogeintrag und bin gespannt was die verbleibende Zeit in Namibia für mich bereit hält.

Die Damara Mopane Lodge by Gondwana – ein Reisebericht

Nach einer knappen Woche geht es für mich auch schon für 7 Tage auf 2 der 17 Lodges, welche die Gondwana Collection mittlerweile umfasst. Um mir direkt ein besseres Bild von der Arbeit vor Ort auf den Lodges machen zu können werde ich also nun „Urlaub“ machen – auch nicht schlecht. Also schnell alles Nötige zusammensuchen:

•ein paar Sachen zum anziehen

•Sonnencreme (!)

•Wanderschuhe

•Proviant für die Pad (Weg)

•…

Tag 1:

Pünktlich um 9 Uhr (African Time) sollte es also losgehen. Sprich frühestens um 10 Uhr oder eben irgendwann im Verlaufe des Vormittags. Überraschenderweise kam noch eine neue Praktikantin dazu, um so besser! Als die Sonne dann im Zenit stand, setzten sich die Reifen des LKWs in Gang und unsere über 400km lange Fahrt begann. Der Fahrer des Transporters, Dennis, arbeitete bereits seit über 3 Jahren für Gondwana & war schon früh am Morgen nach Windhoek aufgebrochen. Da er die Strecke in der Woche mehrfach fahren darf, kannte er sie natürlich schon auswendig. Die Entfernung von jeder Stadt auf unserem Weg zur nächsten kannte er aus dem Effeff.
Es war beeindruckend die sonst so karge Landschaft nun mal in sattem Grün erstrahlen zu sehen. Manche der Flüsse führten sogar noch Wasser, was Dennis mehrfach mit Erstaunen bemerkte. 5 1/2 h und 2 Tankstops später fuhren wir durch das Eingangstor der Damara Mopane Lodge. Erst einmal angekommen wurden wir dem Staff vorgestellt & zu unseren Unterkünften gebracht. Die 60 Häuschen der Lodge sind im Halbkreis um den riesigen Pool der Anlage angeordnet. Vor der Veranda einer jeden Unterkunft liegt ein eigener Garten wo die unterschiedlichsten Gemüsesorten, Kräuter & Blumen angepflanzt werden. Die Häuser selbst sind modern und geräumig eingerichtet und lassen eigentlich keine Wünsche offen: eine große ebenerdige Dusche, ein breites Doppelbett, Klimaanlage & ein Safe in dem man auch gut Kamera + Laptop unterbringen kann. Es wird einem also ermöglicht die Zeit auf der Lodge auf eine sehr angenehme Art & Weise zu verbringen. Nachdem wir uns alle eingerichtet hatten, ging es auch schon zum Buffet & was soll ich sagen. Neben diversen Fleischgerichten gab es etliche Beilagen von denen eine besser als die andere schmeckte. Das täglich wechselnde Buffet am Abend wird zum größten Teil aus lokalen Zutaten zubereitet, aber beschränkt sich nicht nur auf diese. Es ist also für jeden Geschmack etwas dabei. Bei einem Getränk an der hauseigenen Bar oder auf der „Sundowner“-Plattform, die sich etwas erhöht am Hang eines Berges befindet, kann man den Abend perfekt ausklingen lassen. Gesagt – getan. Dann aber auch ab ins Bett. Für den nächsten Tag hatten wir eine Wanderung geplant und wollte noch los bevor es zu heiß wurde.

Tag 2:

Wir hatten uns auf 7.30 am Hauptgebäude verabredet. Auch das Frühstücksbuffet ließ keine Wünsche offen: von allen möglichen Müslizutaten, über handgemachte Brötchen zu den Klassikern wie Bacon & Eggs hat es an nichts gefehlt. Frisch gestärkt ging es dann also in den Busch. Der Trampelpfad zog sich durch das umliegende Buschland der Lodge. Glücklicherweise war der Trail recht gut beschildert, auch wenn wir ab und an etwas länger suchen mussten um die nächste Markierung ausfindig zu machen. Die gelben Pfosten waren auch von größter Bedeutung, da wir ohne sie komplett die Orientierung verloren hätten. Die naheliegende Erhebung an der sich auch der Aussichtspunkt für den Sundowner befindet, diente aber immerhin als weiterer Anhaltspunkt. Gleich zu Beginn konnten wir eine Springbokherde ausmachen, diese sollte uns aber während unserer Wanderung nicht nochmal begegnen. Wir brauchten für den Hiking Trail etwas mehr als eine Stunde und dieser sollte wohl eher als ausgedehnter Spaziergang angesehen werden. Den Rest des Tages konnten wir frei in der Anlage verbringen, da es in der Lodge selber nicht all zu viel zu tun gab. Am Abend gab es wieder ein opulentes Buffet. Dieses Mal mit Oryx Steak, Hühnerfleisch, Couscous, Gemüse & vielem mehr.

Tag 3:

Heute wollten wir noch die andere Strecke, die auf der Homepage der Lodge genannt wird, ablaufen. Dieses mal war das Ziel der kleine Berg direkt neben der Lodge. Ausgeschrieben waren 2-3 Stunden, was für den kleinen Aufstieg sehr viel erschien. Oben erstmal angekommen zog sich der Pfad aber noch ein gutes Stück, bis er an eine Stelle führte, wo sich ein schönes Panorama auftat. Auch wenn es wohl schon Sichtungen von Schlangen auf der Strecke gab, lohnt sich der kurze Aufstieg auf jeden Fall. Die Aussicht von ganz oben bietet natürlich nochmal einen besseren Blick auf die ganze Landschaft (auch wenn diese zugegebenermaßen recht monoton erscheint). Ich würde den Rundweg aber trotzdem jedem empfehlen der die Zeit erübrigen kann. Wir haben knapp 2 Stunden (ohne größere Pausen) benötigt & Schlangen haben wir auch keine gesehen. 🙂 Nach der Wanderung ging es zur Abkühlung erstmal wieder in den Pool. Da viele Gäste der Lodge Teil einer Reisegruppe sind und diese tagsüber in der Regel Programmpunkte abarbeiten dürfen, trifft man Mittags nicht all zu viele Touristen auf der Anlage. Trotzdem biete die Küche eine kleine Auswahl an Salaten und Hauptgängen an, um es sich auch mittags gutgehen zu lassen. Gegen Abend durften wir den Service bei der Essensausgabe unterstützen und kamen so auch mit einigen Gästen ins Gespräch. Diese berichteten von ihren Erfahrungen, welche sie bist dato auf ihrer Reise gemacht hatten. Viele planten bereits ihren nächsten Trip ins südliche Afrika. Ein Stop in Namibia durfte aber natürlich nicht fehlen. Bedingt durch einen aufziehenden Sturm fiel nach dem Essen zwischenzeitlich der Strom auf der Lodge aus und wie das nunmal so ist, wollte der Generator auch nicht anspringen. Wie die Managerin der Lodge mir am nächsten Morgen aber sagte, „seien es genau diese Momente, welche die Arbeit für sie hier so interessant machten. Man sei eben auf sich alleine gestellt, müsste selber aktiv werden und könne sich nicht immer auf Hilfe von außerhalb verlassen.“ Wir haben die Managerin Steffi als sehr freundliche, offene und zuvorkommende Person kennengelernt und können jedem nur empfehlen, wenn sich die Möglichkeit bietet, mit ihr ins Gespräch zu kommen.
So ging auch der (hoffentlich nur vorerst) letzte Tag auf der Lodge zu Ende.

TBC

O’zapft is!

O’zapft is!

…wird es diesen Freitag und Samstag (28. – 29. Oktober 2016) in Windhoek heißen. Etwas später als das Original in München aber nichts desto trotz ein großes Ereignis, was in Windhoek sehnlichst erwartet wird. Eine originale Münchner Festzelt Kapelle, echter Schmankerl und natürlich Festbier warten auf die Besucher. Durch die große deutsche Gemeinschaft ist das Oktoberfest in Namibia ein fester Bestandteil für alle Namibier geworden und eine große Freude für jeden Besucher in Windhoek.

Wer einen Tisch reservieren möchte, klickt hier!

Prost & zum Wohle!

Oktoberfest Windhoek Namibia

Oktoberfest Windhoek Namibia

Wildpferde Namibias & Klein Aus Vista

In Namibia lassen sich noch wilde Pferde bestaunen. Trotz des heißen und trockenen Klimas, haben sich Namibias Wildpferde an die Umgebung angepasst und sind zahlreich anzutreffen. Theorien über die Herkunft der Wildpferde gibt es zahlreiche aber Fakt ist, dass Sie schon über 100 Jahre in Namibia ansässig sind. Vermutlich kamen Sie mit den ersten Siedlern nach Namibia. Die Fülle an verschiedenen Pferderassen lässt jedoch auf mehrere Wurzeln in den Zeiten der Siedler und darauffolgenden schließen. Nichts desto trotz ist es ein Erlebnis diese wundervollen Geschöpfe in der freien Wildbahn zu bestaunen. Perfekter Ausgangspunkt hierfür ist die Region um Klein- Aus. Auch Landschaftlich hat diese Region tolle Eindrücke zu bieten, ganz besonders bei einem der berühmten Sundowner. In Klein- Aus findet ihr auch Unterkünfte von Gondwana Collection Namibia. Im Eagle’s Nest Chalet and Desert Horse Inn werden Natur und Komfort perfekt verbunden und in abgelegener Stille genießt ihr die Landschaft und die nicht weit entfernten Herden der WildpferdeNamibias.

 

Aus Mountain Activities

Aus Mountain Activities

Eagles Nest Chalet Gondwana Collection Namibia

Eagles Nest Chalet Gondwana Collection Namibia

 

Und eine 360° Virtual Tour könnt Ihr hier natürlich auch erleben!

Klein- Aus Vista Egale Nest Chalets Virtual Reality Tour

Klein- Aus Vista Egale Nest Chalets Virtual Reality Tour

Souvenirs an den Lodges

An den Lodges findet man so manchen Schatz und garantiert authentische Souvenirs. Meist werden die Mitbringsel in der Umgebung gefertigt, und sind geprägt durch die lokalen kulturellen Muster, Fertigungsarten und Farben. Da ist es natürlich ein Muss ein Andenken für seine Liebsten in der Heimat, oder für sich selbst mitzunehmen. Das besondere an den Gondwana Collection Lodges, sind Publikationen über die Stämme, Regionen, Umwelt und Geschichte Namibias. Natürlich aus eigenem Antrieb und mit viel Zusammenarbeit recherchiert und umgesetzt worden. Die Publikationen finden Sie unter anderem in den Lodge Shops von Gondwana. Viel Spaß beim Stöbern!

Hakusembe River Lodge Shop

Hakusembe River Lodge Shop

Hakusembe River Lodge Shop

Hakusembe River Lodge Shop

Traditionell geflochtener Korb in der Sambesi Region

Traditionell geflochtener Korb in der Sambesi Region