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Zu Gast bei der Gondwana Familie

Ein ganzes halbes Jahr bei der Gondwana Collection. Wo soll ich nur anfangen…? Als die Air Namibia Maschine Ende Februar auf namibischen Boden landete, hatte ich noch keine konkrete Vorstellung davon, was in den kommenden Wochen & Monaten auf mich zukommen würde. Da die Praktikantenstelle nicht ausgeschrieben war, hatte ich auch keine Stellenbeschreibung vorliegen, welche mein Tätigkeitsfeld eingrenzen würde. Rückblickend verstehe ich nun auch wieso das der Fall war. Es ist schlicht und ergreifend nicht möglich das alles in ein paar Zeilen festzuhalten. Ich kann mich noch lebhaft an meinen ersten Tag erinnern, an dem ich allen vorgestellt wurde und mir meine ersten Aufgaben zugeteilt wurden. Nun ist dieser Tag schon wieder über 5 Monate her. Die Zeit verging wirklich wie im Flug. Ich hatte die Möglichkeit in verschiedenen Abteilungen zu arbeiten und bei vielen unterschiedlichen Projekten mitzuwirken. Einen Großteil meiner Arbeit durfte ich in Eigenregie erledigen und konnte so auch viel neues lernen. Die Zusammenarbeit mit meinen Kollegen hat mir wirklich Spaß gemacht und es gab immer irgendetwas zu tun. “Nur dumme Leute langweilen sich.” ist einer von Manni Goldbecks Lieblingssprüchen. Dahinter steckt eine Menge Wahrheit.

Da ich wirklich viel von Namibia sehen konnte (was ich nicht zuletzt Manni zu verdanken habe) werde ich nur auf ein paar Höhepunkte nennen. Die Hererohochzeit zählt auf jeden Fall zu einem dieser Höhepunkte.  3 Nächt im Busch campen, nebenher einen über 60 Jahre alten Mercedes reparieren, dem Kameramann hier und da aushelfen, um dann abends gemeinsam am Lagerfeuer den Tag ausklingen zu lassen.  Die einzigartigen Bräuche der Hereros und ihre Gastfreundschaft werden mir auf alle Fälle in Erinnerung bleiben.IMG_0619.JPG

Dann wäre da noch meine Zeit in der Sambesi-Region mit dem Ausflug zu den Victoriafällen, meine Wanderung im Fish River Canyon, die Nacht im Dune Star Camp und in Wegkruip. Ich kann mir kaum vorstellen, dass es mir bei einem anderen Praktikum möglich gewesen wäre ein Land so zu erleben.

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Ich kann meine nächste Reise nach Namibia kaum erwarten und freue mich auf jeden Fall schon!

Vielen Dank für die einmalige Zeit,

Benedikt.

Die schönste Grenze der Welt

Der nächste Morgen begann schon kurz vor 6 Uhr für mich. Freundlicherweise war der Donkey bereits kräftig eingeheizt worden, so dass ich nicht mit Eiswürfeln duschen musste. Gegen 7 Uhr wurde ich wieder von Victor abgeholt und der Tagesausflug konnte beginnen. Den Ngoma Grenzübergang ließen wir schnell hinter uns. So früh am Morgen war noch sehr wenig los. Für die gesamte Stecke bis zu den Victoriafällen waren 2,5h eingeplant … wäre da nicht die Einreise nach Simbabwe. Nach über einer Stunde und 30 USD konnte ich final die Grenze überqueren.

Die Victoriafälle

Von da an dauerte es auch nicht mehr all zu lange bis wir die Stadt Victoria Falls erreichten und in der Ferne das Rauschen der Wasserfäller bereits zu hören war. Wir stellten noch kurz das Auto ab und dann waren wir auch schon im Nationalpark. Die Vegetation unterscheidet sich bereits fundamental von dem typischen Buschland in der Gegend. Bedingt durch die ständige Gischt umgibt die Wasserfälle ein tropischer Regenwald mit Lianen und Farnen. Als eines der sieben Naturwundern der Erde werden die Victoria Fälle ihrem Ruf auf jeden Fall gerecht. Ich hatte davor noch nie die Gelegenheit einen größeren Wasserfall aus der unmittelbaren Nähe zu erleben. Es ist wirklich ein beeindruckendes Spektakel. Im Nationalpark gibt es einen schönen Rundweg, der einen regelmäßig an schönen Aussichtspunkten vorbeiführt. Es gibt also mehr als genug Möglichkeiten um beeindruckende Fotos zu schießen.

DSC01578.JPGNachdem die Steilwand an der sich der Rundweg orientiert einen Knick macht und man die Wasserfälle nur noch akustisch wahrnimmt, kann man ein paar Meter laufen und man hat einen schönen Blick auf die große Eisenbahnbrücke. Die 1905 fertiggestellte Brücke sollte Bestandteil von Cecil Rhodes Kap-Kairo Plan werden. Er selbst erlebte die Fertigstellung aber nicht mehr. Als wir gerade am Aussichtspunkt waren, fuhr ein Personenzug mit Schülern aus Sambia über die Brücke. Mir wurde etwas unwohl bei dem Anblick hunderter Schüler auf einer über 100 Jahre alten Blechbrücke zu sehen, aber sie hielt Stand.

Die Victoriafälle für Adrenalin Junkies

Um die Wasserfälle hat sich mittlerweile ein Konglomerat aus Unternehmen für den internationalen Tourismus etabliert. Neben der eigentlichen Hauptattraktion gibt es noch jede Menge zu erleben. Von Bungee Jumping und Wild Water Rafting bis zu Helikoptertouren und Ziplining – langweilig wird einem also sicher nicht, wenn man das nötige Kleingeld hat. Die Preise sind in USD und selbstverständlich für internationale Kunden ausgelegt. Dementsprechend empfindlich teuer ist alles in der näheren Umgebung. Was man aber auch festhalten kann ist, dass die Szenerie in der die jeweilige Aktivität stattfinden wird, wirklich unglaublich ist.

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Für die ganz besonders Mutigen gibt es auch die Möglichkeit direkt an den Wasserfällen baden zu gehen. Wer genau hinschaut kann ein paar Menschen an direkt an der Kante sehen.

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Victor in der Victoria Falls Safari Lodge

 

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Während dem Mittagessen hat man eine wunderschöne Sicht auf das nahe Wasserloch und die täglich stattfindende Geierfütterung

Nach dem Mittagessen in der Victoria Falls Safari Lodge legten wir noch einen kurzen Zwischenstopp im Victoria Falls Hotel ein. Wer seinen Aufenthalt etwas länger und stilvoller gestalten will, ist hier auf jeden Fall an der richtigen Adresse. Man fühlt sich wirklich wie in der Zeit zurückversetzt als alles noch fest in britischer Hand war.
Alles in allem war es wirklich ein unvergessliches Erlebnis!

 

Und alles wieder zurück

Der Rückweg nach Namibia gestaltete sich ohne Probleme und dieses mal war auch keine Schlange an der simbabwischen Grenze. Wir konnten also recht schnell passieren. Wieder am Camp angekommen kam ich noch mit dem Personal auf der Lodge ins Gespräch und ließ so den Abend ausklingen.
Am nächsten Tag nahm ich von Katima aus den Intercape nach Windhoek, wo ich auch 17 Stunden später ankam.
Damit geht auch die letzte Reise während meinem Praktikum zu Ende.

 

Namibias grüner Daumen

Während meiner letzten Tour durch Namibia durfte ich zwei Lodges im Norden besuchen. Die Hakusembe River Lodge und eines der jüngsten Mitglieder der Gondwana Familie: Das Chobe River Camp.

Rundus versteckte Oase

Das erste Ziel für den knapp einwöchigen Trip sollte die Hakusembe River Lodge sein. Nahe Rundu gelegen bietet sich die Lodge als perfekter Ausgangspunkt für Touren in die Sambesi-Region. Von der Hauptstadt aus ist die Lodge in ein bisschen mehr als 7 Stunden zu erreichen. Direkt am Okavango gelegen,

ist es der ideale Ort um komplett ungestört von dem in Rundu herrschenden Trubel die Zeit genießen zu können. Gegen Abend kann man sich seinen Aufenthalt mit einem „Champagne Cruise“ versüßen.

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Der Champagne Cruise

Neben dem offensichtlichen Höhepunkt der Fahrt, gibt es auch allerlei aus der Tierwelt zu sehen. Neben Krokodilen und dem in der Region sehr bekannten Schreiseeadler gibt es jede Menge kleinerer Vögel und andere Flussbewohner zu bestaunen. Das nahegelegene „Living Museum“ bietet Besuchern zudem die Möglichkeit einen Einblick in die lokalen Bräuche und Riten zu bekommen. Von Hakusembe aus sind es „nur“ noch weitere 7 Stunden bis das Chobe River Camp erreicht war.

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Das Camp in den Fängen des Chobes

Wie der Name bereits vermuten lässt, liegt das Camp direkt am Chobe Fluss und damit auch in unmittelbarer Nähe zum Chobe Nationalpark. Das Camp selber besteht aus einem großen Hauptgebäude in dem sich das Restaurant und die Bar befinden, sowie 16 Zelt-Chalets.

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Eines der 16 Chalets im Chobe River Camp

Es gibt auch einen Campingplatz mit mehreren Stellplätzen, der ein paar Minuten zu Fuß entfernt liegt. Da man vom Sonnendeck des Camps bereits einen wunderschönen Blick auf den Park auf der anderen Flussseite hat, ist es auch der ideale Ausgangspunkt für Ausflüge in den Nationalpark. Mit etwas Glück kann man auch schon von hier ein paar Tiere am Ufer ausmachen. Wenn man nicht nur von der Veranda des Chaltes die Tiere in Botswana beobachten will, gibt es einige Möglichkeiten, etwas intensiver mit den Bewohneren des Nationalparkes in Berührung zu kommen. Da Botswana seinen lokalen Tourismus förden will, darf die Gondwana Collection keine eigenen Touren in den Nationalpark organisieren. Durch eine enge Kooperation mit einem lokalen Veranstalter können diese Touren dennoch angeboten werden.

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Chobe River Camp

Ich konnte an einer etwa 3 stündigen Safari teilnehmen und will ein paar Eindrücke hier festhalten:

Der Chobe Nationalpark

Der Chobe Nationalpark, erster seiner Art in Botswana, ist ein Paradies für Elefantenliebhaber. Es gibt sehr unterschiedliche Aussagen was die Zahl an Dickhäutern im Park angeht. Man muss sich aber wirklich sehr anstrengen, um während einer Rundfahrt kein Exemplar vor die Linse zu bekommen.

Direkt nach dem Mittagessen wurde ich von einem Fahrer am Camp abgeholt und wir starteten in Richtung Ngoma. (Der Grenzübergang liegt so nahe, dass man nachts vom Hauptgebäude der Lodge aus, in der Ferne die Lichter der Laternen auf der Brücke sehen kann.) Dann beginnt auch schon das Stempelsammeln: Formular ausfüllen für die Ausreise, abgeben, die leeren Blicke der Beamten weglächeln, Stempel, Überquerung der Brücke, Formular ausfüllen für die Einreise, Stempel, ganz wichtig: Schuhe desinfizieren (gegen die Maul- und Klauenseuche)  und schon ist man im Chobe National Park. Wenn es keine Warteschlange gibt, beläuft sich der gesamt Vorgang auf gute 20 Minuten. So macht Bürokratie Spaß. Über die Gewissenhaftigkeit der Passbearbeitung will ich an dieser Stelle jedoch kein Wort verlieren… Nachdem der Papierkram und natürlich das Desinfizieren erledigt war, trafen wir auf unseren Guide aus Botswana. Matthews führt schon seit über 3 Jahren Gruppen durch den Nationalpark und war dementsprechend auch gut informiert. Wie ich erst jetzt erfuhr war ich an diesem Tag der einzige Teilnehmer & so kam es zum durchaus ungewöhnlichen Guide : Touri Verhältnis von 2:1. Eine Privattour also… auch nicht schlecht.

Wir fuhren etwa eine halbe Stunde auf der Teerstraße bevor wir an eine Abzweigung gelangten. Von da an ging es auf einer sandigen Piste weiter. Es dauerte eine ganze Weile bis wir wieder das Ufer des Chobes erreichten. Der Plan war nämlich die Strecke parallel zum Chobe abzufahren, um möglichst viele Tiere sehen zu können. Und tatsächlich: Als wir das Dickicht wieder verließen und sich das Flussufer zeigte, passierten wir eine Herde Impalas. Kurz darauf mussten wir anhalten, da ein paar Giraffen unseren Weg kreuzten. Und so ging es dann weiter. Zebras grasten in einiger Entfernung am Flussufer. Wie bereits angekündigt waren auch viele Elefanten in der Gegend unterwegs. So viele hatte ich bis jetzt noch nirgendwo sonst auf meiner Reise gesehen. Unglaublich! So verging die restliche Zeit wie im Flug und pünktlich vor Grenzschluss (18 Uhr!) waren wir wieder (mit ein paar Stempeln mehr im Pass) auf der namibischen Seite des Chobes. Der namibische Guide Victor, welcher schon seit 10 Jahren Gruppen nach Botswana und Vic Falls begleitet, meinte zu mir, dass er bedingt durch die Stemplerei 4(!) Reisepässe pro Jahr benötigen würde. Er setzte mich noch kurz beim Camp ab und ich verabschiedete mich von ihm.

Am nächsten Morgen sollte es zu den Victoriafällen gehen!

Game Drive im Etosha Nationalpark in Namibia

Über Löwen in Flitterwochen und ein laufendes McDonald’s

Es ist erst kurz vor 6 Uhr, als wir verschlafen aus unserem Häuschen des Etosha Safari Camps treten. Die Welt um uns herum scheint noch in tiefem Schlaf versunken zu sein und nichts als Stille zu hinterlassen. Der Atem kondensiert in der kalten Morgenluft und lässt mich unwillkürlich die Arme enger um meinen Körper schlingen. Auch wenn der Anblick der Abermillionen Sterne und das Verharren in dieser friedlichen Welt wunderschön ist, treibt uns die Kälte und das bevorstehende Erlebnis bald in Richtung Haupthaus. Nach einem leckeren Frühstück treffen wir unseren Guide Rodney und die anderen Gäste am Parkplatz und steigen in den Safariwagen. Eingekuschelt in die bereitliegenden Wolldecken kann das Abenteuer Etosha starten.

Offizieller Einstieg in das Abenteuer

Die wenigen Minuten die wir zu dem Andersson Gate fahren, vergehen beim Anblick des Sonnenaufgangs wie im Flug. Am Gate reihen wir uns in die Warteschlange ein, um in den Park eingelassen zu werden. Da es in den vergangenen Jahren zu Wilderei im Park gekommen ist, muss man dafür mittlerweile den Pass vorzeigen. Wenn man registriert wurde, wird schließlich der Eintritt am nächstgelegenen Camp fällig – in unserem Fall Okaukuejo. Als ausländischer Selbstfahrer bezahlt man an dem jeweiligen Camp ungefähr 80NAD pro Person (umgerechnet circa 5€ p.P.) und 10NAD pro Fahrzeug und darf dafür den ganzen Tag über im Park verbringen. Da bei unserer geführten Tour Rodney all das übernimmt, bleibt uns lediglich die Aufgabe darüber nachzudenken, was der Tag wohl bringen wird. Bei einer Parkgröße von über 22.000km², über 30 Wasserlöchern, 114 Säugetier- und hunderten Vogelarten sind die Möglichkeiten schließlich schier endlos.

Ganz unterschiedliche Erlebnisse warten

Nach dem offiziellen Teil startet Rodney den Motor und erklärt uns den Plan für die heutige Tour. Es gibt so viele Möglichkeiten und so viele Wege, dass man zu Beginn eines Drives wahrlich die Qual der Wahl hat. Die berühmte Etosha Pfanne, die fast ein Viertel der gesamten Parkfläche einnimmt und damit die größte Salzpfanne ganz Afrikas ist, werden wir heute zumindest nicht sehen. Zwar ist sie Namensgeber von Etosha, was übersetzt „großer weißer Platz“ (Bei einem Blick auf das Satellitenbild wird klar, woher der Begriff stammt.) bedeutet, für Tierbeobachtungen jedoch nicht ideal. Da versprechen die verschiedenen Wasserlöcher bessere Chancen, vor allem jetzt in der Trockenzeit zwischen April und Oktober. Da die Tiere in diesen Monaten auf die anfahrbaren Wasserquellen angewiesen sind, sind die trockenen Monate die beste Reisezeit für Säugetier-Beobachtungen. Vogelfans hingegen sollten lieber in der Regenzeit zwischen November und März anreisen, um auch die Zugvögel zu erleben, die während der Trockenzeit fortziehen. Doch letztlich ist es immer Glückssache, welche Erlebnisse man in Etosha macht und lässt immer aufs Neue die Aufregung steigen.

Erste Sichtungen und ein absolutes Highlight

Schon in der ersten Stunde haben wir Glück und sehen viele verschiedene Tiere. Springböcke kreuzen direkt vor unserem Wagen die Straße, ein Schabrackenschakal-Pärchen trabt entspannt zwischen den Büschen, Giraffen und Oryxe schreiten majestätisch durch die schier endlosen Weiten. Zebras blicken uns interessiert entgegen und geben sich völlig unbeeindruckt von ihren Fohlen, die vergnügt um sie herumtoben. Auf Rodneys Frage, ob sie schon einen Löwen gesehen haben, antworten die Zebras zwar nicht; dafür aber ein netter Mann, der als Selbstfahrer im Park unterwegs ist. An einem Wasserloch, wo wir das Gewimmel unendlich vieler Zebras bestaunen, fährt dieser zu uns herüber und berichtet von einem Löwenpaar, das er nicht weit entfernt gesehen hat. Aufregung breitet sich in unserem Wagen aus – Löwen zu sehen, das wär’s. Schnell machen wir uns in die beschriebene Richtung auf und recken die Köpfe in alle Richtungen. Nach einiger Zeit des Suchens entdecken wir sie wirklich: ein Löwenpaar, das sich laut Rodney im „honeymoon“ befindet und sogar ein weiteres Männchen, das in sicherem Abstand von dem Paar entfernt liegt. Vollkommen fasziniert bleiben wir mit ausgeschaltetem Motor minutenlang stehen und beobachten die majestätischen Tiere. In Flitterwochen zu sein bedeutet bei Löwen, drei Tage lang nichts anderes zu tun als sich alle fünfzehn Minuten zu paaren. Wahrscheinlich ist das der Grund, weshalb sie sich von Rodneys Zurufen, dass er leckeres europäisches Frischfleisch mitgebracht hätte, gar nicht erst beeindrucken lassen. Schweren Herzens reißen wir uns irgendwann von den drei Tieren los, die sich in der Zwischenzeit ein schattiges Plätzchen gesucht haben, und setzen unsere Fahrt fort. Gerade zur rechten Zeit, wie sich herausstellt. Denn an dem zebra-überlaufenen Wasserloch hat sich mittlerweile eine weitere Löwin eingefunden, die bei den anderen Tieren alarmierte Aufmerksamkeit auslöst. Ein mutiger Hengst stellt sich schützend vor seine Herde, verliert aber sofort die Nerven als die trinkende Löwin den Blick auf ihn richtet. Mittlerweile ist jeder von uns völlig im Bann dieser Natur, die so viele spannende Erlebnisse bereithält. Auf der einen Seite diese wundervolle Stille, auf der anderen Seite das rege Treiben und Zusammenleben der verschiedenen Tierarten.

Ein laufendes McDonald’s und ein großartiger Abschluss

Selig von den bisherigen Erlebnissen verlassen wir auch dieses Wasserloch. Auf unserem Weg begegnen wir einer Impala-Antilope, deren lustige Färbung am Hinterteil an ein schwarzes M erinnert. Das laufende McDonald’s für Löwen, erklärt Rodney und erntet ausgelassenes Lachen. Die Stimmung, die scheinbar nicht mehr besser werden kann, erreicht einen neuen Höhepunkt, als wir am nächsten Wasserloch eine achtköpfige Elefantenherde sehen. Zwei Kleine spielen ausgelassen im Wasser und versuchen, einige Tropfen Wasser bei einem erwachsenen Tier zu schnorren. Als wir uns auch von diesen Tieren schweren Herzens loseisen, ist es bereits Zeit für den Rückweg. Gefühlt hätte es ewig so weitergehen können.

von Jana Kucharczyk

Weiter Eindrücke vom Etosha Nationalpark gibt es hier.

 

Ein (großes) Stück Heimat, Kalahari Trüffel & ein besonderes Fest – Teil II

Wer nun denkt, dass die Geschichte hier endet –  weit gefehlt.

Mit stolzen 84 Jahren beschloss Mburumba Kerina den Himmel seinenes Lebensabends mit ein einem weiteren Stern zu versehen. Zum einen wohl, um seinem turbulenten Leben keinen Abbruch zu tun und zum anderen, um einmal in seinem Leben noch eine traditionelle Hererohochzeit feiern zu können.

So kam es dazu, dass er Manni zur Hochzeit einlud und ihm die Möglichkeit bot, eine Geschichte über die Tradition der Hereros und sein Leben zu schreiben. Ich durfte spontan dem Spektakel beiwohnen und will die Chance nutzen um meine Eindrücke festzuhalten:

In mittlerweile gewohnter Manier wurde ich recht spontan gefragt, ob ich der Hochzeit beiwohnen wöllte… Das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen! Ich organisierte mir noch schnell ein Zelt, die Sachen waren fix gepackt und so konnte es auch schon losgehen. Ich durfte mit Wolfgang Maidlinger die Reise Richtung Aminuis antreten. Wofgang, ein guter Freund von Manni, hat es wohl verdient einen eigenen Blogeintrag zu bekommen, daswegen werde ich hier nicht weiter auf ihn eingehen. Eine einzigartige Persönlichkeit; soviel sei schon mal verraten. (Wer gerne mehr über ihn & seine Reisen erfahren will, kommt hier zu seinen Reiseberichten.) Wir fuhren in einem Mercedes 190 von 1954 die 350km mit gemütlichen 90km/h – ohne Anschnallmöglichkeit wäre eine höherer Geschwindigkeit wohl auch unverantwortlich gewesen … Das Auto ist definitiv ein Blickfang und das alleine war schon ein einzigartiges Erlebnis.

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Um einmal den Bezug auf die recht kryptische Überschrift zu nehmen: Ein Blick unter die Motorhaube verriet, dass der Motor aus dem stuttgarter Mercedeswerk stammt; Nett. Der Mercedes ließ sich während keiner Sekunde der Hinfahrt seine über 60 Jahre anmerken.  File 08.06.17, 09 42 24                                                                                                                                                              Wir fuhren wieder einmal unendlich lange Straßen entlang und gelangten nach Gobabis, wo wir uns auch wieder mit Manni trafen, welcher nach uns in Windhoek gestartet war. Nach einem kurzen Stop ging es Richtung Süden.

Spätestens von da an kamen dann doch auch Zweifel auf, ob auf die Tankuhr Verlass sei; Sie hatte sich seit Windhoek nicht bewegt, aber noch fuhr das Auto ja.

Nach ein paar Kilometern stoppte Manni, der vor uns fuhr und verhandelte mit ein paar Leuten am Straßenrand. Ein weißer Sack wurde gegen ein paar Dollarscheine ausgetauscht & wir setzten unserer Fahrt fort. Beim Mittagessen an einem schattigen Plätzchen unter einem Baum wurde uns dann offenbart was sich in diesem Sack befand (der aufmerksame Leser mag unter Umständen schon selbst darauf gekommen sein…). Trüffel – In Namibia. Kurz mit Zwiebeln angebraten und gewürzt war es das perfekte Mittagessen: Schnell zubereitet und sehr lecker. Nach dem Essen wurde alles wieder zusammengepackt und wir konnten das letzte Stück zur Farm antreten. Einmal mussten wir noch nach dem Weg fragen, aber dann waren wir auch schon auf dem Hochzeitsgelände angekommen.

Nun muss man wohl kurz zwei grundsätzliche Sachen erklären, welche die Hochzeit betreffen. (Soweit sie mir richtig im Kopf geblieben sind und mir richtig erklärt wurden.): Es ist Brauch, dass sich Braut & Bräutigam vor der Trauung nicht bzw. nur bedingt (später mehr dazu) sehen dürfen. Diese “Trennung” sollte hier aber nochmal neue Dimensionen erreichen. Die gesamten Feierlichkeiten erstreckten sich in diesem Fall über einen Zeitraum von ca. drei Tagen und es gab ebenfalls drei verschiedene Schauplätze.

Wir sollten Donnerstag Nachmittag ankommen, um uns ein erstes Bild verschaffen zu können, bevor das eigentliche Spektakel losging:

Als wir ankamen befand sich der Prof. noch im ersten Lager seiner Familie. Dort wurden bereits Vorkehrungen getroffen, da am nächsten Morgen der gesamte Familienclan ein Lager in unmittelbarer Nähe (ca. 500m) zum Camp der Brautfamilie aufschlagen würde.

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Kerina beim Interview mit Manni

Die Braut selbst, befand sich zu diesem Zeitpunkt übrigens schon seit knapp 4 Tagen in einem kleinen, sehr schön dekorierten Zimmmer, wo sie von den Ereignissen um sie herum relative wenig mitbekam. Da am Donnerstag aber noch kein offizielles Program anstand, nutzten wir die Zeit um unser eigenes Lager in sicherer Entfernung aufzuschlagen, Feuerholz zu sammeln & das Abendessen zuzubereiten. So ging der erste Tag recht entspannt zu Ende.

Der Freitag sollte im Zeichen der Aussteuer stehen. Uns wurde mitgeteilt, dass Kerinas Familie zwei Kühe & einen Gedbetrag dem Vater der Braut überbringen würde. Sofern die Kühe zahm waren, würde man Sie zu Fuß in das Lager der Braut bringen (ca. 1km entfernt) und wenn nicht, auf der Ladefläche eines Pick-Ups. 50% der Kühe waren wohl nicht ganz mit dem Tausch einverstanden, dewegen wurden beide liebevoll auf die Ladefläche eines Bakkies verbannt.

Erst einmal am Lager der Brautfamilie angekommen, besagt die Tradition, dass die Kühe das letzte Stück alleine in den Kraal der neuen Besitzer finden müssen. Beide Geschenke wurden losgebunden und waren von da an auf sich alleine gestellt. Die eine Kuh fand wohl Gefallen an dem Gedanken, sich zu ihren Artgenossen, welche sich bereits im Lager der Familie befanden, zu gesellen. Die andere Kuh bahnte sich durch die schreiende Menschenmenge ihren Weg in die Freiheit und verschwand vorerst in der Ferne.

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Rodeo anyone?

Es dauerte nicht lange bis sich zwei Fahrzeuge auf die Jagd begaben und kaum 10 Minuten vergingen, bevor die Kuh wieder eingefangen war. Teil dieser Übergabe ist auch das Feilschen beider Parteien. Da wird dann diskutiert, ob die Summe an Geld angemessen ist, ob die Kühe fett genug sind und man tut so als würde Geld vom vereinbarten Betrag fehlen. Alles wohl als Zeichen vermeindlicher Überlegenheit oder eben ein Kräftemessen beider Parteien. Tradition muss wohl eben gelebt werden, komme was wolle.

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Die Übergabe der Mitgift

An diesem Abend war es dem Bräutigam auch zum ersten Mal erlaubt die Braut für eine kurze Zeit zu sehen. Damit sollte dieser Tag für uns dann auch vorerst beendet sein und wir konnten uns bereits auf den nächsten Tag vorbereiten.

Der Samstag began mit dem Schlachten je einer Kuh pro Familie. Anschließen wurden Teile der Rippen und ein Stück Niere ausgetauscht, um einen Vergleich beider Kühe zu ermöglichen.

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Die Übergabe der Rippen

Tatsächlich ist es wohl vorgeschrieben, dass eine Hochzeit mindestens so lange dauern muss, bis sämtliches Fleisch der geschlachteten Kühe verzehrt wurde. Bei 200-300 Hochzeitsgästen wohl keine wirkliche Hürde, aber dennoch eine interessante Regel. Wieviele Gäste genau an der Hochzeit teilnahmen weiß wohl keiner so genau, da sich zu keinem Zeitpunkt alle Besucher am gleichen Ort befanden. Während einer Zeremonie im kleinen Kreis wurde der Braut mit einer Brosche ein Stück Rinderfett am Kopfschmuck befestigt.

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Der besondere Kopfschmuck

Da ein ästhetischer Mehrwert ausblieb, muss die Symbolik wohl eine Bedeutung haben; So zumindest mein Gedanke. Leider konnte mir keiner der Anwesenden so genau erklären, was es damit auf sich hatte. – Schade eigentlich. Gegen Abend gab es noch Live Musik & es wurde ausgiebig gefeiert. Das letzte Mal, als ich verschlafen auf die Uhr schaute und noch Musik lief, ware gegen 5 Uhr. (Es darf wohl bezweifelt werden, ob der Bräutigam noch bis zum Schluss mit dabei war.)

Am Sonntag fand nun endlich die eigentliche Hochzeit statt. Entgegen meiner Vorstellung, dass alle Gäste diesem Höhepunkt der Feierlichkeiten beiwohnen würden, fand sich lediglich der enger Familienkreis ein. Kiki wurde aus ihrem Häuschen geführt und durfte neben Prof. Kerina Platz nehmen. Es war ihr jedoch nicht erlaubt, auf Augenhöhe mit ihrem nun Ehegatten zu sitzen, deswegen nahm sie auf dem Boden Platz.

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Braut (der weiße Schleier) & Bräutigam während der Hochzeitszeremonie

Es wurden traditionelle Lieder gesungen und es gab einen Pfarrer, der eine Predigt hielt. Nach der Zeremonie durfte das Ehepaar nun gemeinsam ins Lager des Bräutigams gehen. Hier nahmen wir noch einige Fotos vom Paar auf und verabschiedeten uns dann von der Hochzeitsgesellschaft. Wir hatten schießlich noch einen weiten Weg vor uns.

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Der Rückweg verlief absolut reibungslos und gegen Nachmittag waren wir wieder in der Hauptstadt. Abschließend kann man wohl sagen, dass die Hochzeit ein unglaubliches Erlebniss war. Eine once in a lifetime experience; wenn man so will. Per se war es eher kein Fest für Braut & Bräutigam selbst, sondern ein Ereigniss für die Gemeinschaft. Diese Aussage ist überhaupt nicht negativ zu interpretieren. Es gibt der Hochzeit nur eben einen anderen Fokus, beziehungsweise Stellenwert. Sofern man jemals die Möglichkeit bekommt einer solchen Veranstaltung beiwohnen zu dürfen, würde ich es auf jeden Fall empfehlen. Somit beende ich nun auch diesen Blogeintrag und bin gespannt was die verbleibende Zeit in Namibia für mich bereit hält.

Ein (großes) Stück Heimat, Kalahari Trüffel & ein besonderes Fest – Teil I

So oder so ähnlich lässt sich wohl das Erlebte der vergangen Tage zusammenfassen.     Aber nun ganz von vorne:

Anfangen sollte ich wohl 1932 in Tsumeb, als Mburumba Kerina das Licht der Welt erblickte. Ein Kind, dessen Vorfahren bereits  1846  ins  südliche Afrika kamen. Kerina ist ein Nachfahre des Händlers, Jägers & Abenteurers, Frederick Thomas Green. Dieser stammte wiederum ursprünglich aus Kanada und kam über Umwege final ins Damaraland in Namibia. Der Nachname Green wurde von den Hereros über Generationen hinweg falsch ausgesprochen und so nach und nach zu Kerina. Laut eigenen Angaben fließt durch seine Adern sowohl englisches & deutsches Blut, sowie das von Ovambos und Hereros. Letztere Bevölkerungsgruppe soll später noch eine zentrale Rolle spielen.

Aber mehr zu Kerinas Leben: In Walvis Bay aufgewachsen, in Windhoek zur Schule gegangen, druch mehrere glückliche Umstände in der Lage gewesen in den USA zu studieren und seinen PHD hat Kerina 1962 in Indonesien erlangt.

Man kann die ersten 30 Jahre seines Lebens also durchaus als bewegt bezeichnen. Nach einem Gespräch mit dem damaligen indonesischen Presidenten kam dort wohl auch zum ersten Mal der Gedanke auf, seinem Heimatland einen neuen Namen zu geben. In einem Interview meinte er dazu, dass “nur Hunde und Sklaven von ihren Herren benannt werden” und deswegen Süd-West Afrika einen neuen Namen bräuchte. Kein leichtes Unterfangen in einem Land in dem so viele unterschiedliche Ethnien zusammenleben. Kerina setzte sich auch bei den Vereinten Nationen für die Unahängigkeit Süd-West Afrikas ein. In diesem Zusammenhang entwickelte sich hier auch der Name Namibia.

Soweit so gut, soviel zum Prof, wie er hier von allen genannt wird. Das Land links über Südafrika wurde unabhängig, viele Jahre gingen ins Land und die Namibier vergaßen ihren Namensgeber.

Es sollte noch einige Zeit vergehen, bis Manni Goldbeck auf die Geschichte des engagierten Porfessors stieß und für die Gondwana Collection ein Video erstellen ließ. Darin erzählt der Prof. seine Geschichte und wie er auf den Namen Namibia kam. Die Resonanz war überwältigend und der Staat entlohnte Ihn (wenn auch reichlich verspätet) mit einem schönen Haus in Windhoek und einer eigenen Farm.

Happy End ?

Canyon Klipspringer Trail – Teil II

Bereits kurz nach Sonnenaufgang versammelten sich alle beim Frühstück und nach frischem Kaffee und Rusks konnte es auch schon losgehen. Wir fuhren ungefähr eine ¾ Stunde, bis wir an einem kleinen Zufluss des Löwen Rivers abgesetzt wurden. Ab dann ging es Richtung Camp Battlesnake, dem Quartier für die erste Nacht. Es standen uns 14 Kilometer durch den Canyon bevor. Nach einer knappen halben Stunde hatten wir bereits die erste Begegnung mit einem Bewohner des Canyons. Eine Puffotter begrüßte uns fauchend, als wir knapp 2 Meter entfernt von ihr vorbeiliefen. Wir durchquerten tiefe Schluchten und kletterten ein paar ausgetrocknete Wasserfälle hinunter, bis wir schließlich an der Mündung des Löwen Rivers ankamen. Dort legten wir eine längere Pause ein, bevor wir dann dann wieder dem Canyon folgten. Nach einigen Flussüberquerungen kamen wir an die Stelle, an der wir wieder den Canyon verlassen sollten. Der Weg zum Rand führt uns an eine mehrere Meter hohe Felswand. Geschickter Weise befand sich hier eine Leiter, über die wir den Canyon verlassen konnten. Die restliche Strecke verlief entlang des Canyonrandes und führte uns dann zum Camp. Jeder konnte sich eine der kleinen Hütten aussuchen und wir versammelten uns gegen später wieder, um gemeinsam zu grillen. Es ist wirklich ein Luxus nach einer langen Wanderung am Camp anzukommen und Grillfleisch, sowie kaltes Bier in Kühlboxen vorzufinden. Die warme Dusche und noch dazu die Aussicht auf den Canyons – einfach unbezahlbar. Erschöpft von der Wanderung, hielt es keiner all zu lange am Lagerfeuer aus & gegen 22 Uhr waren alle bereits im Bett. Tag 1 der Wanderung, und damit auch der längste Abschnitt der Wanderung, war damit beendet.

Bei Sonnenaufgang wachten die meisten auf. Nicht weil man unbedingt ausgeschlafen war, sondern vor allem um sich das Spektakel nicht entgehen zu lassen. Der Sonnenauf- und untergang am Canyon ist wirklich ein unvergessliches Erlebniss. Als ich die Küche betrat, köchelte bereits das heiße Wasser für den Kaffe auf dem Gasherd. Was will man mehr? Nach dem Frühstück, ging es dann auch schon wieder los. Wir bahnten uns den Weg in den Canyon und folgten hierbei einem alten Zebrapfad. Beim Abstieg ist wirklich Vorsicht geboten, aber man erreicht recht schnell das Flussbett. Als wir wieder dem Fluss folgten, kamen wir an Felsgravuren und Steinkraale vorbei.  Letztere wurden von den früheren Bewohnern des Canyons genutzt wurden, um ihre Ziegen vor Raubtieren in der Nacht zu schützen.

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Nach ein paar Flussüberquerungen und einer kurzen Badepause waren wir auch schon am Koelkrans Camp angekommen. Es befindet sich auf der linken Seite des Flusses im Schatten einer Felswand. Den restlichen Tag verbrachten wir mit einer Paddelboottour, einem Abstecher zur Tamatie Kloof und gegen später ging es zum Sundowner auf den “Hausberg”. Von der Küche aus führt ein kleiner Pfad zu einer Steinbank von der man eine wunderschöne Aussicht hat. Der perfekte Abschluss für die heutige Etappe.

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Koelkrans Camp

Tag 3 begann wieder bei Sonnenaufgang. Leider bemerkte ich erst jetzt, dass es hilfreich gewesen wäre das Mosquitospray zu benutzen… Unsere Sachen waren schnell in den großen Transportbehältern verstaut und so konnten wir auch wieder starten. Die letzte Etappe mit ihren 9km gingen wir sehr ruhig an. Ich speicherte, wie auch schon an den Tagen zuvor, die Koordinaten der wichtigsten Wegpunkte auf dieser Etappe. Die Punkte sollen den Wandergruppen in der Zukunft bei der besseren Orientierung helfen.

File 30.05.17, 14 34 24Nach einiger Zeit konnte man auch schon das Quartiert für die letzte Nacht am Rand des Canyons erblicken: Das Horseshoe Camp. Spätestens dann wurde einem auch bewusst, dass die anstrengenste Passage erst noch bevorstand. Die einzige Möglichkeit um den Canyon an dieser Stelle zu verlassen, ist ein alter Zebrapfad. Dieser führt recht kompromisslos und direkt zum Rand es Canyons.  Der Aufstieg ist zwar in 20 Minuten zu bewältigen – die haben es aber in sich. Oben einmal angekommen, dauert es noch eine ganze Weile bis man endlich am Camp angekommen ist. Das Horseshoe Camp verdankt seinen Namen, den im Halbkreis angeordneten Hütten. Von hier aus kann man noch einen kurzen Ausflug zu einem ausgetrockneten Wasserfall machen, welcher häufig von Tieren frequentiert wird. Die Unterkunft, direkt am Rande des Canyons, ist  wirklich der perfekte Ort um die Wanderung ausklingen zu lassen. Der Blick von den Duschen in den Canyon hinunter sucht seines Gleichen.

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Eine der Hütten des Horseshoe Camps

Der Canyon Klipspringer Trail ist wirklich ein einmaliges Erlebnis. Die relativ kurzen Distanzen von Camp zu Camp ermöglichen es einem den Canyon auf eine ganz andere Art und Weise erleben zu können. Hier kann man sich wirklich die Zeit nehmen und den Canyon richtig genießen. Wer natürlich eine physische Herausforderung sucht, sollte wohl eher die klassische Route ab Hobas in Betracht ziehen. Der Canyon Klipspringer Trail ist nichts desto trotz eine Alternative die sich sehen lassen kann.